Das sagt heimischer Experte

Wird für E-Autos künftig genug Strom da sein?

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2030 sollen bei uns bereits 800.000 Elektroautos unterwegs sein - so sieht ein heimischer Experte die Stromversorgung.

Aufgrund der  zunehmenden Elektromobilität  sorgen sich viele Österreicher um die Stromversorgung. Laut Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) sollen bei uns ab 2030 nur noch E-Autos neu zugelassen werden dürfen. Nun gab ein heimischer Experte seine Einschätzung bezüglich der künftigen Stromversorgung des Landes ab. 

Verbund-Chef gibt Entwarnung

Konkret handelt es sich dabei um Verbund-Chef Michael Strugl. Auch in Zukunft werde ausreichend Strom vorhanden sein, betonte der Generaldirektor des größten heimischen Stromkonzerns. Bei 800.000 E-Autos, die bis 2030 erwartet würden, seien zusätzlich 2 Terawattstunden (TWh) Strom nötig. Mit dem Ausbau der heimischen Produktion von derzeit 73 TWh gehe sich das aus, sagte Strugl.

Wenn alle Autos elektrisch betrieben würden, wären dies 10 TWh Verbrauch, so Strugl. Da noch 27 TWh Erneuerbaren-Erzeugung dazukommen sollen, entspräche dies 10 Prozent gemessen an den dann zur Verfügung stehenden 100 TWh. Die Strommenge sei "kein Problem", es müssten aber Verbrauchsspitzen verhindert werden. 90 Prozent des Ladens würden langsam erfolgen müssen.

"Gewaltige Kraftanstrengung" 

Der Ausbau der Erzeugungskapazität um 27 TWh, um ab 2030 die Stromversorgung bilanziell übers Jahr gesehen zu 100 Prozent erneuerbar zu haben, sei "eine gewaltige Kraftanstrengung", das Ziel "sportlich". Dafür werde man ausreichend Flächen benötigen - es spieße sich aber in der Raumordnung und bei der Dauer der Genehmigungsverfahren. Der geplante Erneuerbaren-Ausbau entspreche einer Verdopplung der vorhandenen Leistung von 20 Gigawatt (GW) in diesem Bereich. Zudem gelte es, zeitlich und synchron abgestimmt auch die Stromnetze auszubauen und Flexibilitäts-Optionen zu schaffen, etwa in Form von Speichern. Allein bei der Photovoltaik (PV) gehe es um 11 TWh zusätzlich, das entspreche rund elf Mal der Strommenge, die das Donaukraftwerk Wien-Freudenau jährlich erzeugt, bei PV allerdings dann wohl verteilt auf eine sechsstellige Zahl von Anlagen.

Hoher Strompreis

Zum zuletzt durch mehrere Faktoren angestiegenen Strompreis meinte Strugl, dieser werde sich künftig wieder "beruhigen und abflachen", je mehr zusätzliche Erzeugungskapazität installiert werde, auch durch neue Windkraft- und PV-Anlagen. Der Verbund versorgt selbst mehr als 500.000 Endkunden - im Unternehmensbereich hält man bei 20 Prozent Marktanteil, bei Haushaltskunden sind es neun Prozent.

Vom Verbund selbst wurde erst vorige Woche die Guidance für das laufende Jahr angehoben, auf 1,49 bis 1,59 Mrd. Euro beim EBITDA sowie auf 740 bis 810 Mio. Euro beim Konzernergebnis. Daraus ergebe sich auch eine wesentlich höhere Ausschüttung für die Aktionäre, so Strugl. Am 4. November sollen die Neunmonatszahlen veröffentlicht werden.

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