Anton Schlecker

Wegen vorsätzlichen Bankrotts

Anklage gegen Anton Schlecker

Schlecker soll illegal Geld beseite geschafft haben. Auch Lager in Pöchlarn Teil der deutschen Erhebungen.

Vier Jahre nach der Pleite seiner Drogeriekette soll sich der ehemalige deutsche Milliardär Anton Schlecker nach den Vorstellungen der Staatsanwaltschaft dafür vor Gericht verantworten. Ein Sprecher der Stuttgarter Ermittlungsbehörde bestätigte am Mittwoch, dass gegen den heute 71-Jährigen, seine Frau und seine beiden Kinder Anklage erhoben worden sei.

Was die Staatsanwaltschaft ihm genau vorwirft, will sie am Donnerstag mitteilen. Nach Berichten des "Handelsblatts", der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" geht es darum, dass Schlecker und seine Familie vor der Insolvenz Vermögen beiseite geschafft und es damit dem Zugriff der Gläubiger entzogen habe.

Schlecker war auch in Österreich sehr aktiv, als auch hierzulande die Rollbalken runtergingen, übernahm die Filialen die neu gegründete Firma dayli, die nach kurzer Zeit furios scheiterte. Von den vollmundigen Ankündigungen von dayli-Chef Rudolf Haberleitner blieb nichts übrig, gegen ihn ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).

20 Millionen Euro

Die beiden Stuttgarter Zeitungen berichteten am Mittwoch vorab, es gehe dabei um insgesamt 20 Millionen Euro. Laut dem "Handelsblatt" werfen ihm die Ermittler auch falsche Angaben in den Bilanzen vor. Schleckers Anwälte hätten sich dazu nicht äußern wollen.

Wenn die Insolvenz droht oder kurz bevorsteht, darf ein Eigentümer dem Unternehmen keine Finanzmittel mehr entziehen. Schlecker hatte seinen Milliarden-Konzern in Ehingen bei Ulm als "eingetragener Kaufmann" geführt, Privat- und Firmenvermögen waren damit nicht getrennt.

Logistikzentrum in NÖ kurz vor Insolvenz verkauft

Schlecker hatte in den Jahren vor der Pleite Immobilien und andere Firmenteile an seine Kinder Lars und Meike und an seine Ehefrau verkauft oder verschenkt. Ein Logistikzentrum im österreichischen Pöchlarn (NÖ) war nur sechs Tage vor Anmeldung der Insolvenz Ende Jänner 2012 für 2,5 Mio. Euro an die Kinder verkauft worden.

Nach dem Insolvenzrecht müssen solche Geschäfte in der Regel rückgängig gemacht werden, wenn sie innerhalb von vier Jahren vor der Insolvenz über die Bühne gehen. Schleckers hatten auf Betreiben von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz 2013 10,1 Millionen Euro gezahlt, die an die Gläubiger flossen. Im Gegenzug durfte die Familie unter anderem ihr luxuriöses Anwesen in Ehingen behalten.