Restrukturierung mit Personalabbau verbunden

AUA-Aufsichtsrat zu Sanierung

Seit dem Vormittag tagt bei der Austrian Airlines (AUA) der Aufsichtsrat. In der AUA-Gruppe geht es um die laufende Restrukturierung, die mit massivem Personalabbau verbunden ist. Die AUA ist seit einigen Wochen nicht mehr an der Börse, sie gehört seit September der Deutschen Lufthansa, die seit Mitternacht bestreikt wird.

Branchengerüchte, wonach in der heutigen Aufsichtsratssitzung eine gravierende Umstrukturierung der Luftfracht (Übernahme Cargo durch Lufthansa Cargo) am Programm steht, hat ein AUA-Sprecher Montagmittag nicht kommentiert.

Es würden verschiedene Varianten geprüft, verlautet aus Konzernkreisen. Demnach will die AUA für ihre Frachtsparte die Vertriebskraft des größten Luftfrachtanbieters der Welt nutzen, sie soll dabei vor allem selber Kosten im eigenen Bereich senken.

Nach Informationen eines deutschen Branchendienstes gab es zuletzt dazu ein Treffen des Lufthansa-Cargo-Chefs Carsten Spohr mit AUA-Vorstand Andreas Bierwirth. Schon ab Juni sollen demnach die eigenständigen AUA-Luftfrachtbriefe Geschichte sein, dann soll laut "DVZ-Brief" auch für AUA-Sendungen das Kürzel 020 gelten, die Luftfrachtbriefnummer der Lufthansa Cargo.

Thematisiert werden am Montag auch die Piloten-Proteste bei der Deutschen Lufthansa, wo die AUA ja vorerst mit größerem Fluggerät im Deutschlandverkehr aushilft. Die deutschen Piloten fürchten, dass künftig auch billigere Piloten zugekaufter ausländischer Airlines auf den deutschen Strecken eingesetzt werden. Tyrolean-Piloten etwa fliegen wegen ihrer Verträge deutlich billiger als Lufthansa-Piloten.

Die AUA-Piloten und Flugbegleiter haben für Mittwochvormittag eine Betriebsversammlung in Wien-Schwechat angesetzt. Im AUA-Konzern steht nach Auslaufen der Schutzfrist nach der Kurzarbeit eine Welle von Kündigungen und weitere Schnitte bei den Personalkosten an, beim fliegenden Personal ebenso wie am Boden.