AUA-Übernahme: EU lässt  alles offen

AUA-Übernahme: EU lässt alles offen

Die EU will weitere Klarstellungen von der Lufthansa. Die Chancen für eine Rettung der AUA sind jetzt aber wieder deutlich gestiegen.

Der Poker um die AUA geht in die nächste Runde. Nachdem die Lufthansa am Donnerstag neue Zugeständnisse (Verzicht auf Flüge auf bestimmten Strecken) gemacht hatte, spielt die EU-Kommission jetzt einmal auf Zeit.

EU: „Wir prüfen das Angebot sorgfältig“

„Es ist zu früh zu sagen, ob das Angebot von Lufthansa ausreicht oder nicht. Wir prüfen es sorgfältig. Die Zeit wird es zeigen“, so ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Freitag in Brüssel. Einige Punkte dürften allerdings noch ungeklärt sein. „Wir suchen Klarstellungen von der Lufthansa“, so der Sprecher. Welche Fragen noch offen sind, wollte er nicht sagen.

Ob die jüngsten EU-Aussagen ein gutes oder schlechtes Zeichen sind, wagte am Freitag niemand wirklich zu beurteilen. Aber: Die Chancen, dass die AUA-Übernahme wie geplant klappt und das Verfahren Ende Juli beendet wird, sind deutlich gestiegen, so Insider.

Die Lufthansa hatte ihr Angebot an die EU nachgebessert, nachdem ihr die AUA mit einem weiteren Sparpaket entgegen gekommen war.

Entscheidende Sitzung der EU am 22. Juli

Eine der wahrscheinlichen Varianten: Die EU-Kommission gibt am 22. Juli nach ihrer letzten Sitzung endgültig grünes Licht für den Deal. Die EU kann ihn freilich auch weiterhin ablehnen und die Prüfung bis in den November hineinziehen. Ob die Lufthansa in diesem Fall ihr Angebot verlängert – gemäß Vertrag kann sie ja Ende Juli aussteigen, wenn die EU bis dahin nicht entscheidet –, ist aber komplett offen.

Lufthansa wird mit AUA Europas größte Airline

Die EU prüft wohl auch deswegen so scharf, weil die Lufthansa mit dem AUA-Deal zur größten europäischen Airline aufsteigen würde und die Zahl der Passagiere auf rund 80 Mio. (die AUA hatte 2008 knapp elf Mio. Passagiere) erhöhen. Der größte Gegner des AUA-Deals – die Air France-KLM – wäre dann nur mehr Zweiter.