Lkw-Bauer Volvo bilanziert tiefrot

Hohe Kosten für die Sanierung und den Stellenabbau haben den weltweit zweitgrößten Lastwagenbauer Volvo im Krisenjahr 2009 noch tiefer als befürchtet in die roten Zahlen gedrückt. Operativ belief sich der Verlust auf 17 Mrd. schwedische Kronen (rund 1,7 Mrd. Euro), wie der schwedische Rivale von Weltmarktführer Daimler am Freitag (5. Februar) erklärte. Davon stammten 10,8 Mrd. Kronen (eine Mrd. Euro) aus der Lkw-Sparte.

Wegen der teuren Sanierung und hoher Abschreibungen auf Lagerbestände fiel bei Volvo im Schlussquartal ein weit größerer Verlust an als von Analysten erwartet. Konkurrent Scania, der zum Volkswagen-Konzern gehört, hatte dagegen dank rigider Kostensenkungen auch 2009 einen kleinen Gewinn geschafft.

Um der Wirtschaftskrise Herr zu werden, hatte Volvo ein Sparprogramm aufgelegt und tausende Stellen gestrichen. Die Restrukturierungen und die Abschreibungen belasteten das Ergebnis im vierten Quartal mit Sonderkosten von 1,4 Mrd. Kronen. Der Jahresumsatz im Konzern, der außer Lastwagen auch Busse, Baumaschinen oder Motoren produziert, schrumpfte um 28 Prozent auf 21,4 Mrd. Euro. Für 2009 wollen die Schweden angesichts der tiefroten Zahlen keine Dividende zahlen.

Hoffnung auf laufendes Jahr

Volvo setzt jetzt auf 2010: Es gebe Anzeichen der Erholung, sagte Konzernchef Leif Johansson. Angesichts der tiefen Krise werde es eher rasch bergauf gehen - zumindest bis auf das Niveau eines normalen Abschwungs. Zudem werde weiter gespart. Für den europäischen Markt rechnet Volvo mit einem Plus von zehn Prozent in diesem Jahr. In den USA, wo die Lkw-Krise bereits weitaus länger andauert, wird ein Zuwachs von 20 bis 30 Prozent erwartet. Wie bei Scania bestellten Kunden im Schlussquartal auch bei Volvo wieder mehr Lastwagen. Das Unternehmen bietet seine Fahrzeuge weltweit außer unter eigenem Namen unter den Marken Renault, Mack, UD Trucks (bisher Nissan Diesel) und Eicher an. Johansson sagte, sowohl der europäische als auch der amerikanische Markt dürften schwach starten und sich im Jahresverlauf schrittweise verbessern.

Scania erwartet dagegen noch im Frühjahr eine langsame Entwicklung in Europa. Hier war der Markt im Herbst 2008 vom Boom direkt in eine nie dagewesene Krise gestürzt. Europa ist für die Schweden wie auch für den Münchner Konkurrenten MAN die wichtigste Absatzregion. Volvo lieferte dort 2009 mit 49.150 Lastwagen 60 Prozent weniger aus, weltweit halbierte sich der Absatz auf 127.700. Bei Scania brachen die Auslieferungen rund um den Globus um 45 Prozent auf 36.800 ein. MAN legt am 15. Februar Zahlen vor, Daimler folgt am 18. Februar.