Zukunft des Opel-Werks in Antwerpen weiter unklar

Opel-Betriebsrat: "Europaweite Streiks denkbar"

Betriebsräte und Gewerkschaften wollen die Schließung des Werkes im belgischen Antwerpen definitiv nicht akzeptieren.

Nach dem angekündigten Aus für das Opel-Werk Antwerpen gehen Betriebsräte und Gewerkschaften verstärkt auf Konfrontationskurs. Der Vize-Chef des europäischen Opel-Betriebsrates Rudi Kennes sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Denkbar ist, dass wir europaweite Streiks organisieren."

Unterdessen hat die IG Metall mögliche Arbeitnehmerbeiträge zur Sanierung des Autoherstellers eingefroren. Man werde die geplante Schließung des belgischen Werks nicht akzeptieren, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber in Frankfurt. Am Dienstag (26. Jänner) stimmen bei einer Betriebsversammlung in Antwerpen Opelaner aus ganz Europa ihr weiteres Vorgehen ab.

Opel-Chef Nick Reilly hatte vergangene Woche die Schließung des belgischen Standortes "im Laufe des Jahres" angekündigt. Seither protestieren Mitarbeiter mit einer Blockade vor dem Werk. Kennes ist davon überzeugt, dass es das Management nicht allein beim Aus von Antwerpen belassen werde: "Ganz Europa wird brennen." Reilly hatte mehrfach betont, dass der Autobauer seine Kapazitäten um 20 Prozent verringern müsse. In Antwerpen arbeiten 2.600 der europaweit 48.000 Beschäftigten von Opel und Vauxhall.

Huber verlangte erneut von der Opel-Mutter General Motors ein Konzept für die Zukunft des Autobauers. "Man zahlt keinen Preis für eine Ware, die man noch nicht kennt." GM verlangt von den Arbeitnehmern einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Mio. Euro, um den defizitären Autohersteller wieder auf Kurs zu bringen.