Neue Strategien bei Österreichs Bäckern

Bäcker setzen auf Regionalität und Bio

Österreichs Bäcker versuchen mit neuen Marketingstrategien die Kaufzurückhaltung der Konsumenten in den derzeit schwierigen Zeiten zu durchtauchen. So verwendet Österreichs größter Bäcker, Ölz aus Vorarlberg, nur noch heimische Eier aus Bodenhaltung. Ankerbrot will künftig das gesamte Getreide aus der Wiener Region beziehen. Auch bei Ströck und Mann stehen Bio und regionaler Einkauf hoch im Kurs.

Ölz lässt sich die Umstellung von billigeren Käfigeiern auf Eier aus Bodenhaltung 1 Mio. Euro pro Jahr kosten, sagte Ölz-Chef Bernhard Ölz am Mittwoch. Neben der Qualität seien auch die Anforderungen der Kunden Grund für diesen Schritt gewesen. Und: "Wir wollen Vorbild für die gesamte Branche sein", so der Großbäcker, der seine Produkte ausschließlich im Lebensmittelhandel vertreibt und keine eigenen Filialen hat. Ölz hat 2008 mit seinen knapp 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 161,5 Mio. Euro erzielt.

Der Wiener Traditionsbäcker Ankerbrot setzt in seiner Strategie beim Getreide an und hat sich zum Ziel gesetzt, für sein Brot und Gebäck künftig nur noch Getreide von Vertragsbauern der Wiener Region zu verwenden. "Wir sehen uns als Grundversorger Wiens und wollen schon allein aus sozialer Verantwortung heraus mit Landwirten aus der Region zusammenarbeiten", so eine Ankerbrot-Sprecherin zur APA. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren sieht sich Ankerbrot nun wieder auf Kurs. Nach einem Umsatz von 145 Mio. Euro sei weiterhin "gesundes Wachstum" angestrebt.

Auch der Wiener Bäcker Mann setzt auf Regionalität. Die Rohstoffe für Brot und Gebäck stammen zu 95 Prozent aus Österreich, erklärte Firmenchef Kurt Mann auf APA-Anfrage. Es werde darauf geachtet, dass die Zutaten einen kurzen Transportweg haben. Aus diesem Grund stamme das Mehl auch aus dem Tullnerfeld. Mann setzte 2008 in seinen rund 70 Filialen 50 Mio. Euro um.

Beim Konkurrenz-Bäcker Ströck wird hingegen auf die Bio-Schiene gesetzt. 25 Prozent des Umsatzes komme aus diesem Segment, sagte Bäcker Robert Ströck zur APA, der 2008 einen Umsatz von 80 Mio. Euro in 65 Outlets verbuchte.