Kostenexplosion auf Großbaustelle in Schwechat

Baustopp bei Airport-Terminal Skylink beschlossen

Die Flughafen Wien setzt einen radikalen Schritt beim Desaster um die Terminalerweiterung "Skylink". Der Flughafenbetreiber stoppt den Bau ab sofort komplett, kündigte der Vorstand am Dienstag in Wien an. Das sei die Voraussetzung, um aus allen Verträgen mit den am Bau beteiligten Firmen auszusteigen und bis Ende September die Konditionen mit den Unternehmen neu zu verhandeln.

Sollte es keine Einigung geben, werden die Aufträge neu ausgeschrieben. Der Beschluss dazu fiel am Montag im Aufsichtsrat. Ziel sei es, trotz der Bauunterbrechung bis Juli 2011 das Projekt abzuschließen und die Kosten deutlich unter die zuletzt prognostizierten 830 Millionen Euro zu drücken. Dazu sei eine Eine Fortsetzung der Bauarbeiten ab Jänner 2010 nötig.

Eigentlich ist der Bau des neuen Terminals bereits seit rund zwei Monaten de facto gestoppt. Der im Februar anstelle des überraschend abgelösten Vorstands Christian Domany eingesetzte Ernest Gabmann hatte Ende April eine "Bauunterbrechung" angeordnet, "überall dort, wo es keine abgestimmten Planungsunterlagen" gab. Seit einigen Wochen habe es "de facto keine ausführenden Arbeiten" mehr gegeben, bestätigte der ebenfalls neu eingesetzte Projektleiter Norbert Steiner.

Grund für die Neuverhandlung der Verträge mit den 47 Firmen sind laut Steiner vor allem die galoppierenden sogenannten Baugemeinkosten, die für die Aufrechterhaltung der Baustelle anfallen - egal ob gebaut wird oder nicht. Derzeit fallen allein dadurch 2 bis 2,5 Mio. Euro im Monat an. Ab Herbst, wenn der Skylink nach der ursprünglichen Planung eigentlich fertig sein sollte, drohen diese Kosten auf schlimmstenfalls 8 Mio. Euro pro Monat oder 100 Mio. Euro im Jahr hinaufzuschnellen, so Steiner. Dem gegenüber stünden Kosten für den vorzeitigen Ausstieg aus den Verträgen von maximal 15 Mio. Euro.