Verlustzone

Neue Trump-Air Force One macht Boeing "arm"

Das Boeing-Logo leuchtet auf einem Gebäude vor blauem Himmel.
© APA/AFP/PATRICK T. FALLON
Der nächste Präsidenten-Jet Air Force One wird extrem teuer. Weitere 280 Mio. Dollar Kosten fallen für die neue Präsidentenmaschine an. Wird die "fliegende Festung" überhaupt vor Ende von Donald Trumps Amtszeit fertig?
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Weitere Mehrkosten für den nächsten Präsidenten-Jet Air Force One haben den kriselnden Flugzeugbauer Boeing auf seinem Erholungskurs zurückgeworfen. Im zweiten Quartal blieb der US-Konzern auch deshalb tief in den roten Zahlen. Allerdings lag der Verlust mit 428 Mio. US-Dollar (375,8 Mio. Euro) etwa 30 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie Boeing am Dienstag mitteilte. Im Tagesgeschäft sprudelten die Einnahmen dank gestiegener Flugzeug-Auslieferungen unerwartet stark.

Weitere 280 Mio. Dollar Kosten für neue Präsidentenmaschine

So erzielte Boeing einen bereinigten freien Barmittelzufluss von 631 Millionen Dollar nach einem Abfluss von 200 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten damit gerechnet, dass der Konzern auch diesmal wieder Geld verbrennen würde.

Ein Grund dafür waren weitere Mehrkosten von 280 Millionen Dollar für Entwicklung und Bau der neuen Air Force One für den US-Präsidenten. Die Flugzeuge auf Basis des Jumbo-Jets 747-8 mit Spezialausstattung als "fliegende Festungen" sind bereits um Jahre verspätet. Die Mehrkosten summieren sich inzwischen auf mehr als drei Milliarden Dollar.

Der Hersteller hat deshalb schon vor längerem den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. Zudem kamen Zweifel daran auf, ob die Maschinen überhaupt vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit Anfang 2029 fertig werden. Inzwischen nutzt Trump eine andere Boeing 747-8, die er im vergangenen Jahr trotz scharfer Kritik als Geschenk des Golfemirats Katar angenommen hatte.

Sechs Verlustjahre seit 2019

Boeing hat seit 2019 sechs Verlustjahre in Folge hinter sich. 2025 kehrte der Konzern zwar in die schwarzen Zahlen zurück, doch dies lag nur am milliardenschweren Verkauf einer Sparte. Für 2026 hat Konzernchef Kelly Ortberg erneut keine Gewinnprognose abgegeben. Allerdings will er weiterhin einen positiven Barmittelfluss zwischen 1 und 3 Milliarden Dollar erreichen.

Der US-Konzern steckt seit Jahren in einer schweren Krise. Nach Abstürzen zweier Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 hatten Luftfahrtbehörden in aller Welt Flugverbote für Boeings meistgefragtes Modell verhängt. Nach technischen Verbesserungen dürfen die Maschinen der Reihe seit Ende 2020 zwar wieder abheben, doch Probleme mit Passagierjets ebenso wie in Rüstung und Raumfahrt warfen den Konzern immer wieder zurück.

Da hatte Boeing den Rang des weltgrößten Flugzeugherstellers schon an seinen Rivalen Airbus aus Europa verloren. Nach einem weiteren Zwischenfall Anfang 2024 stellte die US-Luftfahrtbehörde FAA Boeing unter strenge Aufsicht. Erst nach dem Antritt von Ortberg als neuem Chef bekam der Konzern die Kurve.

Dank etlicher Verbesserungen in der Produktion baut der Hersteller nun wieder 47 Exemplare der 737 Max pro Monat. Zudem will Ortberg die Neuauflage des Großraumjets 777 endlich fertig bekommen. Die erste 777X soll 2027 ausgeliefert werden, sieben Jahre später als ursprünglich geplant. Auch die längste und die kürzeste Variante der 737 Max warten noch auf grünes Licht zur Auslieferung an die Fluggesellschaften.

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