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Nach Öl-Desaster

BP-Aktie beschleunigt Talfahrt

Der Konzern sagte eine Neuausrichtung der Öl-Förderindustrie voraus. An der Börse geht es derweil stetig nach unten.

Der britische Ölkonzern BP hat eine Neuausrichtung der Öl-Förderindustrie nach der Katastrophe im Golf von Mexiko angekündigt. BP-Chef Tony Hayward sagte am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Investoren in London, die Kosten der Förderung in tiefen Gewässern würden infolge stärkerer Sicherungsmaßnahmen steigen. Dabei werde die Förderung aber profitabel bleiben. "Der Bedarf für Öl auf der Welt wächst weiter. Die Welt braucht die Förderung aus tieferen Regionen", unterstrich Hayward.

BP werde bei der Neuordnung der Industrie Vorreiter sein. Man wolle unter anderem in wissenschaftliche Untersuchungen investieren. "Es wird in Zukunft sehr viel höhere Sicherheitsstandards geben", sagte Hayward. "Wir müssen die Lektionen, die wir aus der Katastrophe lernen, technisch einarbeiten."

BP könne allen Gerüchten zum Trotz die Kosten verkraften. Die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr habe gezeigt, dass BP ein sehr starkes Unternehmen sei. Um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, werde eine eigene Organisation gegründet, die sich innerhalb der Firma künftig ausschließlich mit den Folgen des Sinkens der Plattform beschäftigten werde. Alle anderen Operationen sollten davon unbeeinflusst weiterlaufen können.

BP-Aktie beschleunigt Talfahrt

Die Kosten insgesamt seien konkret noch nicht abzuschätzen. Bisher habe man eine Milliarde Dollar (829 Mio. Euro) gezahlt. "Das Geldausgeben wird auf diesem Level weitergehen, bis die Quelle gestopft ist", sagte Hayward. Das Zahlen von Entschädigungen, Strafen und anderen Folgeausgaben werde sich allerdings über Jahre hinziehen.

Der Konzern hat seit der Explosion auf der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April mit elf Toten deutlich an Wert verloren. Die BP-Aktie brach von ihrem damaligen Kurs von 655,40 Pence um ein Drittel auf rund 435 Pence (5,3 Euro) ein. Die Talfahrt der Aktie beschleunigte sich in dieser Woche, nachdem die "Top Kill" genannte Aktion zum Stopfen der sprudelnden Ölquelle am vergangenen Wochenende gescheitert war. Der Druck auf BP wächst von allen Seiten. Vor allem die US-Regierung mit Barack Obama zeigt sich außerordentlich verbittert.