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Bund ordnet Hypo neu

Der Bund stellt die Weichen bei der Hypo Alpe Adria neu. Finanzminister Pröll kündigt am Dienstag nach dem Ministerrat an, dass in der kommenden Woche eine Hauptversammlung (HV) abgehalten wird, bei der ein neuer Aufsichtsrat bestimmt wird. Die Zahl der Plätze in dem Gremium wird von acht auf vier halbiert.

Danach soll der Aufsichtsrat eine Ausschreibung der Vorstände vornehmen. Zu welchen Änderungen es hier kommt, sagte Pröll nicht. Im Finanzministerium setzte man allerdings offenbar weiter auf den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Franz Pinkl. Als fix gilt indes in der Branche, dass der bisher von den bayerischen Ex-Eigentümern besetzte Risiko-Vorstand umbesetzt wird.

Vermögensverwalter Tilo Berlin, einst auch Chef der Hypo Alpe Adria, stellt sich unterdessen am heutigen Dienstag auf eigenen Wunsch einer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft München. Berlin hatte mit einem Konsortium in die Hypo investiert - laut "profil" 635 Mio. Euro - und dieses Paket später um 160 Mio. Euro teurer, für 795 Mio. Euro, an die BayernLB verkauft, nach Meinung der Münchner Staatsanwaltschaft zu teuer.

Bayerns Ex-Finanzminister Faltlhauser (CSU) wehrt sich gegen den Vorwurf, einen überhöhten Kaufpreis gezahlt zu haben. Laut "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" sagte er: "Dies kann dann der Fall sein, wenn in Kärnten absichtlich Risiken unterschlagen wurden. Aber auch hier gab es unabhängig von diesen Vermutungen einen rationalen Weg der Bewertung."

Nach der Übernahme der Hypo im Jahr 2007 hatte die BayernLB das österreichische Geldhaus erst kürzlich notgedrungen an Österreich abgetreten,. De CSU-Staatsregierung war wegen des Finanzdebakels massiv unter Druck geraten.