Der erstaunliche Vishal Sikka verlässt SAP

12 Jahre verbrachte Vishal Sikka bei SAP. "Mehr als ein Viertel meines Lebens" schreibt er in einem jüngeren Blogeintrag. Künftig muss der Softwarekonzern ohne den gebürtigen Inder auskommen, der als einer der brillantesten Köpfe bei dem Unternehmen galt.

Sein Lieblingswort "Amazing" dürfte wohl auch das ein oder andere Mal auf den scheidenden SAP-Technikvorstand Vishal Sikka verwandt worden sein. Das englische Wort, das mit "erstaunlich", aber auch "verblüffend" übersetzt werden kann, durfte in keiner von Sikkas Rede fehlen. So häufig baute Sikka es in Reden ein, dass er schon von Zuhörern dafür aufgezogen wurde.

Der 46-Jährige, der am Sonntag überraschend aus persönlichen Gründen seinen Rückzug aus dem SAP-Vorstand bekannt gab, galt als der brillante Kopf im Vorstand des Softwarekonzerns, die unangefochtene technologische Autorität neben SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner. Nach der Ankündigung des Rückzugs von Co-CEO Jim Hagemann Snabe im vergangenen Sommer sahen manche in ihm sogar den starken zweiten Mann neben dem künftig alleinherrschenden Vorstandschef Bill McDermott.

2002 hatte SAP den gebürtigen Inder gewonnen. Erst kümmerte sich Sikka um strategisch wichtige Softwareprojekte. 2007 machte der damalige SAP-Chef Henning Kagermann ihn zum allerersten Technikchef des Softwarekonzerns. 2010, als Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott das Ruder als Doppelspitze bei dem Softwarekonzern übernahmen, zog Sikka ebenfalls in den Vorstand ein.

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