Riesenmarkt für Applications entstanden

Mobile World Congress im Zeichen der Smartphones

Anfang nächster Woche blickt die Mobilfunkwelt wieder nach Barcelona zum Mobile World Congress (15. bis 18. Februar). Das große Thema sollen nach Branchenmeinung die Smartphones sein, also Handys mit besonders großem Display für eine gute mobile Internetnutzung.

Innerhalb kürzester Zeit ist ein Riesenmarkt an Anwendungen (Apps, engl. Applications) für diese High-End-Mobiltelefone entstanden, Treiber ist das Kult-Handy iPhone von Apple. Dieses wird in Österreich von T-Mobile Austria und Orange angeboten.

Heute, Donnerstag, meldete Österreichs kleinster Mobilfunker "3", dass er in seinem Apps-Store nach nur sechs Wochen mehr als 100.000 Downloads verzeichnete. Besonders gefragt war dabei die Navigations-Anwendung. Laut einer internationalen Studie des Marktforschers Gartner werden die Handy-Nutzer heuer weltweit 4,5 Mrd. Euro für Anwendungen ausgeben. Das wären 79 % mehr als 2009.

8 von 10 Downloads würden dabei kostenlos sein. Mit Werbung zu den Apps dürften die Anbieter solcher Anwendungen 600 Mio. Dollar erwirtschaften. Für das Jahr 2013 rechnet Gartner mit 21,6 Mrd. Downloads und einem Umsatz von insgesamt 29,5 Mrd. Dollar (21,5 Mrd. Euro).

Der deutsche Branchenverband Bitkom schätzt, dass heuer 8,2 Mio. Smartphones in Deutschland verkauft werden, 47 % mehr als 2009. Damit wäre jedes 3. Mobiltelefon in Deutschland ein Smartphone. Zahlen zu Österreich liegen nicht vor.

Damit das Handynetz dem steigenden Datenverkehr bewältigen kann, arbeiten die Netzbetreiber bereits an der nächsten Generation, den LTE-Handynetzen. LTE (Long Term Evolution) ermöglicht künftig eine sechsmal schnelleren Zugang ins Internet als heutige DSL-Festnetzanschlüsse. LTE soll dann auch Fernsehen am Handy pushen, das bisher nicht aus den Startlöchern kam. Österreich gehört beim Handyfernsehen, wie im Mobilfunk im allgemeinen, zu den führenden Nationen weltweit.

Wobei der klassische Datendienst am Handy noch immer die SMS ist. Alleine beim letzten chinesischen Neujahrsfest wurden 18 Milliarden Kurznachrichten versendet. Für das Jahr 2010 geht Gartner davon aus, dass die Zahl der weltweit versendeten SMS 2,3 Bio. erreicht.

Endgeräte für Personen über 50

Während sich die Branche an den neuesten High-Tech-Spielereien ergötzt, sorgt ein österreichischer Familienbetrieb mit dem Gegenkonzept seit einigen Jahren für Aufsehen auf der Handymesse in Barcelona. Die Linzer emporia Telecom setzt auf einfache Endgeräte für Personen über 50 Jahre.

Neu ist der Fokus auf bestimmte Nutzergruppen innerhalb der Generation der Älteren. "Wir haben uns mit einfacher Telekommunikation in einer Nische festgesetzt und wir haben fest vor, unsere Marktführerschaft in diesem Segment weiter auszubauen", so emporia-Geschäftsführerin Eveline Pupeter-Fellner im Vorfeld der Messe.

Große Anerkennung wurde bei der vorjährigen Messe dem Halleiner Start-up Mobilizy zu Teil. Dessen Angebot Wikitude wurde mit dem "Top Innovator"-Award ausgezeichnet. Philipp Breuss-Schneeweis, Gründer von Mobilizy, hatte die Software gemeinsam mit zwei Freunden in seiner Freizeit in zahlreichen Abendsitzungen entwickelt.

Zur Messe hat sich auch viel Prominenz angesagt, allen voran Königin Rania Al Abdullah aus Jordanien. Hauptredner sind unter anderem die Konzernlenker Ben Verwaayen (Alcatel-Lucent), Hans Vestberg (Ericsson), Eric Schmidt (Google) Shantanu Narayen (Adobe), Lu Yimin, (China Unicom) und Mike Lazaridis (Research In Motion).