Software-Hersteller setzt auf Miet-Modelle

SAP will Geschäft krisensicherer machen

Mit flexibleren Angeboten SAP-Vorstandssprecher Leo Apotheker punkten: Kunden können künftig entscheiden, ob sie Software mieten oder kaufen.

SAP war viele Jahre zweistellige Zuwachsraten im Geschäft mit Unternehmens-Software gewöhnt und spürt nun, dass die Firmen ihre IT-Ausgaben straffen. "Kunden investieren heute anders in Software", sagte der seit Sommer an der Spitze von SAP stehende Apotheker. Sie forderten mehr Flexibilität und höheres Tempo. Um kontinuierlichere Einnahmen zu erwirtschaften, will der Walldorfer Konzern nun mehr Kunden für langjährige Rahmenverträge gewinnen und künftig mehr kleinere Verträge abschließen.

Das bisher von Großkunden und dem Software-Lizenzverkauf dominierte Geschäft wird sich künftig stärker hin zu mittelständischen Firmen verschieben. Für diese Gruppe wird seit Jahren mit hohem Aufwand die Mittelstands-Software Business by Design entwickelt. Der Vertrieb dieser Miet-Software hat sich aber wegen hoher Kosten verzögert. Nun soll der Verkauf im kommenden Jahr auf breiterer Basis starten und für stabile Einnahmen sorgen.

Verlässliche Einkünfte sichert sich der 1972 gegründete Konzern auch mit der Wartung seiner Software bei den Unternehmenskunden. Apotheker verteidigte die von zahlreichen Abnehmern kritisierten Pläne, künftig mehr Geld dafür zu verlangen. "Die Kunden wissen, dass wir nach 10 Jahren Preisstabilität die Kosten für den Standard-Support anpassen müssen", sagte Apotheker.

SAP hat Nachholbedarf bei der Rentabilität gegenüber Wettbewerbern wie IBM oder Microsoft. Mit dem ebenfalls rentableren Wettbewerber Oracle liegt SAP seit Jahren im Clinch, 2010 beginnt voraussichtlich in den USA ein Prozess gegen die Walldorfer wegen Diebstahls von Software-Codes.

Im harten Wettbewerb mit Oracle um die Firmenkunden will SAP mit einer neuen Datenbank-Technologie punkten, die zusammen mit dem Chiphersteller Intel entwickelt wurde. Dadurch könnten Daten künftig in Echtzeit verarbeitet werden, Datenzugriffe seien 10.000-mal schneller möglich, sagte SAP-Chef Apotheker.