10 Jahre drohen

René Benko steht morgen vor Gericht

Ein Mann im Anzug mit weißem Hemd und gemusterter roter Krawatte vor hellem Hintergrund.
© APA/EXPA/JOHANN GRODER
Signa-Gründer René Benko muss sich ab 9.00 Uhr vor einem Schöffengericht des Landesgerichts Innsbruck verantworten.
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Der derzeit in Untersuchungshaft sitzende Signa-Gründer René Benko muss sich diesen Dienstag ab 9.00 Uhr vor einem Schöffengericht des Landesgerichts Innsbruck verantworten.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte im Juli einen Teilfreispruch im Verfahren wegen betrügerischer Krida aufgehoben. Dieses wird nun am Landesgericht neu verhandelt.

Dabei ging es um eine Mietvorauszahlung von 360.000 Euro für eine Villa im Innsbrucker Stadtteil Hungerburg. Benko wurde vorgeworfen, im Rahmen seiner Insolvenz als Einzelunternehmer dadurch die Befriedigung von Gläubigerforderungen verhindert bzw. geschmälert zu haben. Die Vorauszahlung sei unter dem Eindruck zunehmender Zahlungsschwierigkeiten und einer absehbaren Konkurseröffnung unvertretbar gewesen, hieß es.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Unter Berücksichtigung des vom OGH bestätigten Schuldspruchs zum zweiten Anklagepunkt - der Schenkung von 300.000 Euro an seine Mutter - beläuft sich der verfahrensgegenständliche Schadensbetrag auf rund 660.000 Euro. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Jagdbüchse mit Zielfernrohr liegt auf offenem, gepolstertem Metallkoffer mit blauem Innenfutter.
Scheiring-Doppelbüchse: "René Benko war nie Eigentümer", so sein Anwalt. © aurena

Als allfällig erforderlichen Ersatztermin wurde der 23. September vorgesehen. Voraussichtlich im November wird sich Benko dann oe24-Informationen zufolge am Landesgericht einer weiteren Anklage stellen müssen, die Mitte Juni bekannt geworden war.

Dabei geht es um die Vorwürfe des schweren Betrugs und der betrügerischen Krida. Konkret wirft die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) dem insolventen Tiroler Immobilienunternehmer vor, gegenüber dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner bzw. Vertretern von dessen Familienstiftung eine "wahrheitswidrige Garantie" abgegeben und die Stiftung "betrügerisch in Höhe von rund fünf Millionen Euro" geschädigt zu haben.

Es geht auch um eine teure Flinte, die Benko Gläubigern der Signa-Holding verheimlicht haben soll.

Ein Mann im Anzug spricht bei einer Pressekonferenz vor mehreren Mikrofonen.
Anwalt Norbert Wess. © APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Benko wies bisher immer alle Vorwürfe zurück. Laut seinem Anwalt wird er auf nicht schuldig plädieren. Benko sitzt seit Jänner 2025 in Untersuchungshaft. Er darf seit rund einem Jahr seine Familie wiedersehen. Die Tischlerlehre wurde ihm bis dato noch nicht bewilligt.

Vor dem Erstprozess im Oktober 2025 war der frühere Milliardär von Wien in die Tiroler Landeshauptstadt überstellt worden. Im Jänner 2025 wurde er dort verhaftet.

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