Spur in großem Betrugsfall führt zu Colt Austria

In einem 2 Mrd. schweren italienischen Betrugsfall führen laut Medienberichten die Spuren erneut nach Österreich. Nach "Meine Ware GmbH" stehe nun auch Colt Telecom Austria im Verdacht, Teil eines weit verzweigten Geldwäscherings zu sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach einem Bericht der Mailänder Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore sollen zwischen 2005 und 2007 rund 3,7 Mio. Euro von "Meine Ware" an eine Gesellschaft namens Numisar in Lugano und Sankt Gallen "weitergeleitet" worden sein.

Colt Telekom soll 2,1 Mio. Euro an eine FCZ srl in Mailand überwiesen haben. Insgesamt sind 190 Gesellschaften in den Skandal um rund zwei Mrd. Euro an reingewaschenem Geld und Mehrwertsteuerhinterziehung verwickelt, von Panama, über Dubai, Hongkong, Singapur, Brüssel, Wien bis New York.

Das Geld illegalen Ursprungs soll von der britischen Gesellschaft Acumen nach Italien zurück über den weitverzweigten Geldwäschering wieder zu Acumen geflossen sein, schreibt die Tageszeitung.

Laut dem auf Unterlagen der Staatsanwalt basierenden Bericht haben die Mafia-Gesellschaften im Gegenzug Managern geholfen, ihre Umsatzziele zu erreichen. Zu den Protagonisten zählten die beiden Schweizer Gesellschaften Broker Management und Karelia Business Group, die u.a. auch "Meine Ware" und Colt Telecom Austria mit Geld versorgt haben sollen.

"Meine Ware" firmiert inzwischen als "M&W Handels- und Kommerzielle Beratungs GmbH. "Wir haben die Angelegenheit dem Anwalt übergeben; er wird Anzeige erstatten" , sagte Andreas Valsky von der CTS Steuerberatung GmbH dem "Standard". Die Kanzlei berät nach Angaben von Valsky die Nachfolgegesellschaft von "Meine Ware" in Steuersachen. Von Colt Telecom Austria gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungsnahme.