Auch Posten des Vorstandschefs ausgeschrieben

Frist bis 20.3.

Ditz: Weg für Hypo-Zukunft rasch fixieren

Seit Samstag sind vier Vorstandspositionen der seit Dezember der Republik gehörenden Krisenbank Hypo Group Alpe Adria ausgeschrieben. Darunter der derzeit von Franz Pinkl bekleidete Posten des CEO, also des Vorstandschefs. Bewerbungen werden "bis längstens 20. März 2010" eingeholt.

Der neue Aufsichtsrat der Hypo Group Alpe Adria unter Vorsitz des früheren VP-Wirtschaftsministers Johannes Ditz will die Restrukturierung der im Dezember notverstaatlichten Skandalbank so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Während der amtierende Vorstand mit Franz Pinkl an der Spitze auf Hochtouren an der Fertigstellung der Bilanz 2009 arbeitet (sie soll am 24. März vorgelegt werden), hat der Aufsichtsrat die Suche nach einem neuen, von fünf auf vier Mitglieder verkleinerten, Führungsteam für die Bank gestartet.

Poker um Pinkl

"Im Sinne eines Neuanfangs haben wir uns entschlossen, alle vier Positionen auszuschreiben“, sagt Ditz im ÖSTERREICH-Gespräch. Die amtierenden Vorstände könnten sich aber wieder bewerben. Finanzminister Josef Pröll hatte wiederholt betont, dass Pinkl, der die Bank kenne und die Verstaatlichung gut gemanagt habe, Chef bleiben solle. Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass der gesamte Hypo-Vorstand – inklusive Pinkl – ausgetauscht werden soll. "Wir werden die Bewerbungen bewerten und uns dann für das beste Team entscheiden“, sagt Ditz dazu nur.

Sanierer gesucht

"Bis längstens 20. März“ nimmt das vom Aufsichtsrat mit der Vorstandssuche beauftragte Personalberatungsunternehmen Spencer Stuart Bewerbungen entgegen. In der am Samstag veröffentlichen Ausschreibung wird vom künftigen Hypo-CEO (Vorstandschef) u.a. „Restrukturierungskompetenz und -erfahrung“ erwartet, außerdem soll er "durchsetzungsstark, rasch, verhandlungssicher (auch in Englisch)“ sein.

Klarheit bis Ende März

In der sehr schwierigen Situation der Hypo sei es wichtig, „dass wir die Richtung der Restrukturierung rasch festlegen“, sagt Ditz. "Bis Ende März muss klar sein, wer das Unternehmen in die Zukunft führt.“ Schnelles Handeln sei erforderlich, weil sonst nicht zuletzt die Gefahr bestehe, dass das laufende Geschäft der Bank unter die Räder komme. Der Aufsichtsrat, der seine Sitzungen bisher in Wien abhielt, wird demnächst auch in Kärnten zusammenkommen.

CSI Hypo arbeitet parallel

Die von Minister Pröll jetzt eingesetzte „CSI Hypo“ aus 100 Finanzbeamten und Experten arbeitet parallel dazu die Vergangenheit der Bank auf – in enger Abstimmung mit der 15-köpfigen SoKo Hypo und der Staatsanwaltschaft. "Wir kümmern uns um die Zukunft der Bank“, sagt Ditz.