Europas Leitbörsen am Vormittag etwas leichter

Die Leitbörsen in Europa zeigten sich am Freitagvormittag etwas leichter. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.30 Uhr mit minus 0,24 Prozent bei 3.212,20 Einheiten.

Daten des ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland sorgten zunächst kaum für Impulse. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli den dritten Monat in Folge eingetrübt. Mit 108,0 Punkten fiel das Geschäftsklima auf den tiefsten Stand seit vergangenen Oktober.

Bei den Einzelwerten stürzten LVMH-Titel mit minus 6,87 Prozent ans Ende des Euro-Stoxx-50. Der Luxusgüterkonzern hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr nicht so stark gesteigert wie erwartet. Mode und Lederwaren, die umsatzstärkste Sparte im Konzern, erzielten zwar mit einem Plus von 7 Prozent ein überproportionales Wachstum. Doch der Verkauf von Weinen und Spirituosen ging gleichzeitig ebenfalls um 7 Prozent zurück. Dies lag an einer sinkenden Nachfrage in China, die den Konzern bereits im ersten Quartal gebremst hatte.

An der Spitze des Euro-Stoxx-50 standen Banktitel, darunter unter anderem Titel der Deutschen Bank mit plus 1,36 Prozent. Händler verwiesen vor allem auf sehr positiv aufgenommene Zahlen der Royal Bank of Scotland (RBS), deren Aktien in London um 11,53 Prozent nach oben sprangen. Das verhelfe dem Bankensektor zum Befreiungsschlag und könnte aus Sicht eines Händlers die jüngst unterdurchschnittliche Entwicklung auflösen.

Die britische Bank Lloyds wiederum steht wegen des Vorwurfs der Manipulation bei dem Interbanken-Zinssatz Libor Insidern zufolge vor einer Millionen-Strafe. Die Entscheidung dazu werde in der kommenden Woche verkündet, hieß es. Das Strafmaß für Lloyds könnte zwischen 200 und 300 Mio. Pfund betragen. Es wird erwartet, dass sich danach die britischen und US-Behörden die Deutsche Bank vornehmen. Der Kurs von Lloyds betrug am Vormittag plus 1,43 Prozent.

Danone-Titel verloren 1,16 Prozent. Der weltgrößte Joghurthersteller hat wegen schwächerer Geschäfte in Europa und Asien überraschend wenig Geld verdient. Im ersten Halbjahr sank der bereinigte Betriebsgewinn um 10 Prozent auf 1,18 Mrd. Euro. Analysten hatten mit 1,21 Mrd. Euro gerechnet.

Air France-KLM hoben um 5,02 Prozent ab. Die Fluglinie ist im abgelaufenen Quartal mit ihrem Sparprogramm vorangekommen und hat deutlich profitabler gewirtschaftet. Der Betriebsgewinn (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 641 Mio. Euro. Der bereinigte Umsatz kletterte um 1,7 Prozent auf 6,45 Mrd. Euro.