Wiener Börse

ATX geht sehr fest ins Wochenendee

Der ATX beendete die Sitzung am Freitag bei schwachem Volumen mit einem Aufschlag von 50,58 Punkte oder 2,69 Prozent auf 1.932,00 Einheiten.

Die Wiener Börse hat sich in einem freundlichen europäischen Umfeld mit sehr festen Notierungen ins Wochenende verabschiedet. Der ATX beendete die Sitzung am Freitag bei schwachem Volumen mit einem Aufschlag von 50,58 Punkte oder 2,69 Prozent auf 1.932,00 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zwölf Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.920 Punkten.

   Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +2,25 Prozent, DAX/Frankfurt +3,01 Prozent, FTSE/London +1,72 Prozent und CAC-40/Paris +2,61 Prozent.

   Ein Händler in Wien sprach von einem positiven Wochenausklang, wenn auch die Börse Wien etwa dem DAX hinterher gehinkt sei. Kurstreibend wirkte sich zum Wochenschluss sowohl dies- als auch jenseits des Atlantik die anhaltende Entspannung am italienischen Rentenmarkt aus, nachdem die Renditen für italienische Staatspapiere zur Wochenmitte auf neue Rekordhöchstwerte geklettert waren.

   Zudem stimmte der italienische Senat am Freitagnachmittag dem Stabilitätspakt mit von der EU forcierten Wirtschaftsreformen zu. Aus Griechenland langte unterdessen die Nachricht ein, man habe sich auf die Besetzung der Übergangsregierung geeinigt.

   Konjunkturseitig stand am heutigen Handelstag das US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan auf der Agenda. Mit einem Anstieg auf 64,2 Punkte im November von 60,9 Zählern im Vormonat fiel dieses über den Erwartungen der Volkswirte (61,5 Zähler) aus.

   Nach wie vor dominiere aber das Prinzip der Vorsicht am Markt, schränkte ein Händler sogleich ein. In der kommenden Woche stehen in Wien zahlreiche Quartalsergebnisse zur Veröffentlichung an.

   In einem europaweit gut gesuchten Finanzsektor führten Erste Group und Raiffeisen mit einem Plus von 7,42 Prozent auf 14,85 Euro bzw. 5,59 Prozent auf 18,70 Euro die Kurstafel im Wiener prime market an. Versicherungswerte konnten sich unterdessen für keine klare Richtung entschließen. Während Vienna Insurance um 3,80 Prozent auf 28,65 Euro zulegten, gaben UNIQA um 0,49 Prozent auf 10,20 Euro nach.

   Intercell beendeten die Sitzung nach einer starken Tagesperformance um deutliche 3,41 Prozent fester auf 1,85 Euro. Der Impfstoffhersteller hatte am Vortag nach Börsenschluss über eine Impfstoffzulassung in Indien berichtet.

   Polytec verteuerten sich nach einem Analystenkommentar der Erste Group um etwa marktkonforme 2,73 Prozent auf 6,78 Euro. Die Wertpapieranalysten hatten ihre Kaufempfehlung für die Aktie des Autozulieferers bestätigt und das Kursziel leicht nach oben revidiert. Am Vortag war das Papier nach der Vorlage der Zwischenbilanz um 4,62 Prozent ins Minus gerutscht.

  Die Entwicklung der BWT-Aktie (plus 0,61 Prozent auf 13,15 Euro) blieb nach der Vorlage der Zwischenbilanz indes hinter der Gesamtmarktperformance zurück. Das Unternehmen hat den konsolidierten Konzernumsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 4,8 Prozent auf 361,8 Mio. Euro gesteigert, das Ergebnis vor Steuern ging indes von 26,1 Mio. Euro auf 19,8 Mio. Euro zurück. Das Konzernergebnis nach Minderheitsanteilen betrug in den ersten drei Quartalen 13,5 Mio. Euro (nach 20,0 Mio. Euro). Ein Händler bezeichnete das Zahlenwerk als "relativ in line mit den Erwartungen", das operative Ergebnis (EBIT) und das Nettoergebnis seien etwas schwächer ausgefallen als im Vorfeld prognostiziert.

   Ein lediglich kleines Plus von 0,20 Prozent auf 7,98 Euro strich die Wienerberger-Aktie ein, zu der sich die Finanzexperten der UniCredit zu Wort gemeldet hatten. Statt wie bisher 13,00 veranschlagen die Analysten nun ein Kursziel von 11,00 Euro; die Kaufempfehlung "buy" wurde unverändert beibehalten.

   Verluste gab es entgegen der positiven Grundtendenz in der AMAG-Aktie zu beobachten, die mit einem Minus von 3,45 Prozent auf 15,69 Euro die Verliererliste im prime market anführte. Größere Abschläge mussten auch Wolford (minus 2,92 Prozent auf 25,24 Euro) und Frauenthal (minus 2,70 Prozent auf 9,00 Euro) hinnehmen.