IPO-Markt in Europa verliert an Bedeutung

CIR bringt Tochter Kos an die Mailänder Börse

Die italienische Industrieholding CIR hat den Börsengang ihrer auf auf Reha-Zentren und Altenheime spezialisierten Tochter Kos angekündigt. Der Notierungsantrag wurde bereits der zuständigen Aufsichtsbehörde Consob zugestellt, der Börsengang wird noch vor Sommer erfolgen, sagte der Geschäftsführer von CIR, Rodolfo De Benedetti. Mit der österreichischen Verbundgesellschaft beteiligt sich CIR an der Mailänder Energiegesellschaft Sorgenia.

Kos verwaltet in Nord- und Mittelitalien 59 Rehab-Kliniken mit insgesamt 5.500 Betten. 2009 meldete das Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von 273,4 Mio. Euro, der Ebitda betrug 33 Mio. Euro. Kos beschäftigt 3.400 Personen.

Nach einem katastrophalen 2009, in dem eine einzige Gesellschaft - der Online-Modehändler Yoox - den Börsengang gewagt hat, zeigen jetzt mehrere italienische Unternehmen Mut und nehmen den Aktienmarkt ins Visier.

Der Energiekonzern Enel plant den Börsengang der Tochter Green Power nach dem Sommer. Die Stromgesellschaft hat mit dem Advisor Mediobanca bereits eine Roadshow auf den größten internationalen Finanzmärkten organisiert. Das Unternehmen will einen Anteil zwischen 30 und 40 % an ihrem Tochterunternehmen verkaufen, das im Bereich erneuerbare Energie aktiv ist.

Mit dem größten Börsengang des Jahres startet die Großbank Intesa Sanpaolo, die jetzt endgültig die Börsenrückkehr der Asset-Management-Tochter Banca Fideuram beschlossen hat. Intesa Sanpaolo und Fideuram reichten bei der Borsa Italiana sowie bei der Finanzmarktaufsicht Consob die entsprechenden Unterlagen ein.

Damit ist der erste konkrete Schritt für das IPO unternommen. Die Notierung wird im Juni erfolgen. Rund 70 % des Vermögensverwalters sollen Indiskretionen zufolge an der Mailänder Börse gelistet werden. Laut Schätzungen hat die Transaktion ein Volumen von rund 3 Mrd. Euro. Fideuram war im Herbst 2006 vom Handel in Mailand gestrichen worden.

Auch vitale Lebensmittelunternehmen zeigen Interesse für die Börse. Der Südtiroler Wurst- und Speckhersteller Franz Senfter schließt den Börsengang für sein Unternehmen Grandi Salumifici Italiani (GSI) noch in diesem Jahr nicht aus. Sogar der renommierte Pastahersteller De Cecco überlegt die Notierung, um frische Geldmittel für seine Expansion einzutreiben.

De Cecco ist bei Pasta Italiens Nummer 2. Jedes Jahr wird auf der ganzen Welt, jüngst hauptsächlich im US-Staat Arizona, aber auch in der Maremma, Apulien und den Abruzzen, der beste Weizen ausgewählt und verarbeitet. Nach dem Teigwarenmulti Barilla (40 % Marktanteil) steht De Cecco mit einer Jahresproduktion von 120.000 t und einem Marktanteil von 11,5 % an 2. Stelle.