Euro-Schuldenkrise belastete Wall Street

New York

Euro-Schuldenkrise belastete Wall Street

Der Dow Jones bilanzierte mit einem Minus von 1,05 Prozent.

Die New Yorker Aktienbörsen haben am Montag mit Abschlägen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index verringerte sich um 130,78 Punkte oder 1,05 Prozent auf 12.381,26 Einheiten. Der S&P-500 Index sank 15,90 Punkte (minus 1,19 Prozent) auf 1.317,37 Zähler. Der Nasdaq Composite Index ermäßigte sich um 44,42 Einheiten oder 1,58 Prozent auf 2.758,90 Zähler.

Mangels marktbewegender Daten aus den USA richtete sich zum Wochenauftakt die Aufmerksamkeit der Anleger auf Europa, wo die Sorgen vor einer Ausweitung der Schuldenkrise im Euroraum für eine eingetrübte Anlegerstimmung gesorgt hatten.

In den Fokus rückte erneut die Diskussion um eine mögliche Umschuldung Griechenlands. Dazu kam ein auf "negativ" gesenkter Ausblick für die langfristige Beurteilung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Zudem habe eine Wahlschlappe für die regierenden Sozialisten in Spanien die Befürchtungen geschürt, dass das Reformtempo der spanischen Regierung darunter leiden könnte, hieß es weiter. Als wäre das nicht genug, kam es im weiteren Handelsverlauf zusätzlich noch zu einer Absenkung des Ausblicks für die Bonität Belgiens durch die Ratingagentur Fitch, und zwar von "stabil" auf "negativ".

Wie schon in Europa kamen auch in den USA die Aktien aus der Rohstoffbranche im Fokus. Händler verwiesen hier auf die Zugewinne des US-Dollar gegen den Euro, die auch die Rohstoffpreise unter Druck setzten. Energie- und Metallnotierungen verloren deutlich an Terrain.

Die Aktien des Ölkonzerns ExxonMobil büßten 1,10 Prozent auf 80,67 Dollar ein und auch Chevron gaben um 1,17 Prozent auf 101,37 Dollar nach. Unter den Metallverarbeitern mussten die Anteilsscheine des Aluminiumkonzerns Alcoa einen Abschlag in Höhe von 1,72 Prozent auf 15,98 Dollar verbuchen, während die Titel des größten börsengehandelten Kupferproduzenten Freeport-McMoRan um 1,98 Prozent tiefer bei 47,42 Dollar schlossen.

Boeing-Papiere büßten nach negativen Kommentaren zum Auslieferungstermin der neuesten Jumbo-Jet-Generation um 1,60 Prozent auf 76,28 Dollar ein. Analysten von Cowen & Co. und JPMorgan Chase erwarten weitere Auslieferungsverzögerungen für das Model 747-8.

Auf den Verkaufslisten tauchten zudem die Papiere von Fluggesellschaften auf. Für etwas Abgabedruck sorgte hier ein neuerlicher Vulkanausbruch in Island. Auch ein gedämpfter Ausblick des irischen Billigfliegers Ryanair habe einige Anleger vorsichtig gegenüber der Branche gestimmt, sagten Händler.

Unter den Titeln der Flugbranche zeigten sich United Continental leicht um 0,94 Prozent tiefer bei 26,25 Dollar, während sich Delta Air Lines um 2,43 Prozent auf 11,23 Dollar abschwächten.

Deutlich zurückgegangen ist zu Wochenbeginn auch die Euphorie um das Karriere-Netzwerk LinkedIn, dessen Aktienkurs sich beim Börsendebüt vergangene Woche mehr als verdoppelt hatte. Heute gingen die Papiere allerdings mit einem Minus von 5,15 Prozent bei 88,30 Dollar aus dem Handel. Marktteilnehmer bezeichneten den Preisrückgang als natürliche Reaktion auf den jüngsten Kurssprung, insbesondere vor dem Hintergrund der gestiegenen Risikoaversion unter den Anlegern.