EZB-Rat hält aktuelles Zinsniveau für angemessen

Euro tendiert im frühen Handel etwas schwächer

Der Euro hat sich am Freitag in der Früh im europäischen Devisenhandel gehalten gegenüber dem US-Dollar-Richtkurs der EZB vom Donnerstag jedoch etwas schwächer gegenüber dem späten Devisengeschäft in New York gezeigt. Während es zu Franken und Yen geringfügige Abschläge zu verzeichnen gab, konnte der Euro zum Pfund leicht gewinnen.

Die Schuldenkrise Griechenlands belaste den Euro weiterhin, hieß es aus dem Handel. Somit bleibt die Gemeinschaftswährung im Banne der Sorgen und Gerüchte rund um ein Hilfspaket für den krisengeschüttelten EU-Staat. Zum Wochenschluss dürften mehrere US-Konjunkturdaten in den Fokus rücken. So werden Daten aus dem Immobiliensektor sowie das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan vorgelegt.

Um 9 Uhr hielt der US-Dollar gegen den Euro bei 1,3534 nach 1,3544 USD beim Richtkurs vom Donnerstag. In New York war der Euro gegen den US-Dollar zuletzt mit 1,3575 USD aus dem Handel gegangen.

Das britische Pfund notierte gegen den Euro um 9.00 Uhr mit 0,8784 gegenüber 0,8774 GBP zum Euro-Richtkurs am Donnerstag. Der Schweizer Franken hielt gegen den Euro bei 1,4334 (1,4343) CHF, der japanische Yen bei 125,32 (126,18) JPY gegen den Euro. Die tschechische Krone notierte in der Früh bei 25,163 (25,085) CZK je Euro.

Griechische Schulden drücken Euro

[aus dem Morning Mail der Investkredit.] Die hohe Staatsverschuldung Griechenlands drückt weiter auf den Euro-Kurs. Die Gemeinschaftswährung fiel am Donnerstag im Vergleich zum Mittwoch Abend um rund 1 US-Cent auf 1,3550 Dollar und gab damit ihre bisherigen Gewinne in dieser Woche wieder ab und notiert heute Morgen noch einen Tic schwächer bei 1,3530.

"Es gibt nach wie vor Sorgen darüber, wie Griechenland auf lange Sicht seine Schulden finanzieren soll. Der Ausblick für das Wachstum ist nicht sehr optimistisch", sagte ein FX Händler.

Zu Wochenbeginn hatte die Zusicherung von Notfallhilfen für Griechenland durch die EU und den IWF an den Märkten noch für Erleichterung gesorgt. Doch zur Wochenmitte verstärkte sich die Unsicherheit wieder. Dies zeigte sich am erneuten Anstieg der Risikoaufschläge für zehnjährige griechische Staatsanleihen im Vergleich zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit auf über 400 Basispunkte. Somit müsste Griechenland Investoren für neue Staatsanleihen mit Zinsen von mehr als 7 % locken. Dies ist deutlich mehr als die rund 5 %, die bei Hilfen der EU und des IWF fällig würden. Griechenland will sich für seinen Sparplan Rat bei der EU, der EZB und beim IWF holen. Das Finanzministerium in Athen betonte jedoch, damit sei nicht der Hilfsmechanismus dieser Institutionen ausgelöst worden.

Am Morgen war der Dollar noch von überraschend starken chinesischen Wachstumsdaten belastet worden. Die Wirtschaft der Volksrepublik war dank staatlicher Konjunkturprogramme im ersten Quartal um 11,9 % und damit so stark wie seit drei Jahren nicht mehr gewachsen. Dies nährte jedoch die Furcht vor einer Überhitzung. "Wir gehen davon aus, dass die Zentralbank in den kommenden Monaten ihre geldpolitischen Zügel weiter straffen wird", sagte ein Volkswirt. Höhere Zinsen in China würden Anlagen in der Landeswährung Yuan attraktiver machen. Eine ganze Reihe von US-Konjunkturdaten ließ die Märkte dagegen weitgehend kalt.

Am Rentenmarkt gaben die Kurse nach. Der Bund-Future fiel um 22 Ticks auf 122,93 Zähler. Die dem Terminkontrakt zugrundeliegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,158 %.

Das starke Wachstum Chinas ließ die für Europa, Asien und Afrika wichtige Ölsorte Brent etwas fester notieren, wogegen WTI (für die USA wichtig) etwas nachgab.

Indikatoren des Tages: EZ Verbraucherpreise, Handelsbilanz, US Wohnbaubeginne, Michigan Index

Ein Euro ist ... (Veränderungen in Prozent)

Bulgarischer Lew 1,9558 -0,01
Tschechische Krone 25,1780 +0,62
Ungarischer Forint 262,9100 + 0,27
Polnische Zloty 3,8672 +0,02
Rumänische Lei 4,1427 +0,04
Kroatische Kuna 7,2595 +0,05
Ukrainische Gwina 10,7110 -0,66
Estnische Krone 15,6460 -0,00
Russischer Rubel 39,2721 -0,40

Singapur-Dollar 1,8597 -0,65
Südkorea-Won 1502,6060 -0,45
Taiwan-Dollar 42,4281 -0,72
Hongkong-Dollar 10,4974 -0,72
Thailand-Baht 43,6800 -0,68
Malaysia-Ringgit 4,3337 -0,43
Indones. Rupie 12186,6100 -0,70
Neuseel. Dollar 1,9029 -0,12
Indische Rupie 60,1235 -0,56
Philipp. Peso 60,0894 -0,46
Austral. Dollar 1,4526 -0,35
Chinesischer Yuan 9,2331 -0,67

Kanada-Dollar 1,3565 +0,09
Südafrikanischer Rand 9,9676 -0,06
Argentinischer Peso 5,2513 -0,19
Brasilianischer Real 2,3705 +0,07
Mexikanischer Peso 16,5284 -0,29
Israelischer Shekel 5,0144 -0,23
Ägyptischer Pfund 7,4759 -0,11
Türkische Neue Lira 2,0013 -0,27