EZB-Rat hält aktuelles Zinsniveau für angemessen

Euro tendiert im frühen Handel etwas tiefer

Der Euro hat sich am Donnerstag in der Früh im europäischen Devisenhandel gut behauptet gegenüber dem US-Dollar-Richtkurs der EZB vom Mittwoch, jedoch etwas schwächer gegenüber dem späten Devisengeschäft in New York gezeigt. Auch gegenüber Yen, Pfund und Franken gab der Euro etwas nach.

Der Euro hat seit dem Vorabend etwas an Terrain eingebüßt, nachdem die Gemeinschaftswährung am Mittwoch durch Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke gestützt worden war. Bernanke hatte eine anhaltende Niedrigzinspolitik signalisiert, erklärten Händler. Am Nachmittag stehen zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda, wobei Experten eine weitere Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft erwarten.

Um 9 Uhr hielt der US-Dollar gegen den Euro bei 1,3630 nach 1,3615 USD beim Richtkurs vom Mittwoch. In New York war der Euro gegen den US-Dollar zuletzt mit 1,3658 USD aus dem Handel gegangen.

Das britische Pfund notierte gegen den Euro um 9.00 Uhr mit 0,8789 gegenüber 0,8814 GBP zum Euro-Richtkurs am Mittwoch. Der Schweizer Franken hielt gegen den Euro bei 1,4352 (1,4368) CHF, der japanische Yen bei 127,20 (127,42) JPY gegen den Euro. Die tschechische Krone notierte in der Früh bei 25,028 (25,048) CZK je Euro.

Bernanke: Extrem niedrige Zinsen noch länger nötig

[aus dem Morning Mail der Investkredit.] US-Notenbankchef Ben Bernanke hat Spekulationen auf eine schnelle Zinswende einen Dämpfer verpasst. Die nur moderate Konjunkturerholung in den USA erfordere wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum sehr niedrige Zinsen.

Es bestehe zwar keine unmittelbare Gefahr, dass die USA in die Rezession zurückfielen, ganz auszuschließen sei dies aber nicht. Für die Entwicklung im März und Anfang April zeichnete die US-Notenbank allerdings ein überwiegend positives Bild. Die Wirtschaftsaktivität habe sich in den meisten Landesteilen etwas verstärkt, teilte die Fed in ihrem "Beige Book" mit.

Bernanke wiederholte die Sprachregelung der Fed zur künftigen Leitzinsentwicklung. "Der Offenmarktausschuss hat sehr klar gemacht, dass er davon ausgeht, dass die derzeit sehr tiefen, extrem niedrigen Zinsen noch für einen längeren Zeitraum nötig sein werden", sagte er.

Der Leitzins in den USA liegt derzeit bei null bis 0,25 % und damit so niedrig wie noch nie. Äußerungen einiger hochrangiger US-Notenbanker hatten zuletzt Unsicherheit an den Finanzmärkten über den weiteren Zinskurs der Fed aufkommen lassen. Ein Mitglied des Offenmarktausschusses, der über den Leitzins entscheidet, steht seit Monaten in offener Opposition zu Bernankes Niedrigzinskurs.

Der Fed-Chef begründet seine Politik mit der weiter schleppenden Konjunktur in den USA. Allerdings erholen sich die Vereinigten Staaten schneller als etwa Europa von der schwersten Rezession seit Jahrzehnten. Das Wachstum der US-Wirtschaft bleibt jedoch nach Ansicht Bernankes wegen der anhaltenden Probleme bei den Staats- und Kommunalhaushalten sowie am Bau gedämpft. Die Lage am Arbeitsmarkt bessere sich aber allmählich. So habe sich der Stellenabbau zuletzt verlangsamt und die Unternehmen hätten wieder begonnen, Mitarbeiter einzustellen. Allerdings sei das Risiko eines Rückfalls in die Rezession nicht unerheblich. Die Gefahr sei jedoch in den vergangenen Monaten gesunken.

Am Ende entscheide jedoch der private Konsum, ob die Wirtschaft wieder nachhaltig Tritt fasse: "Die weitere wirtschaftliche Expansion wird vom weiteren Wachstum des Privatkonsums abhängen", sagte Bernanke. Zuvor veröffentlichten Daten zufolge hat der Einzelhandel in den USA im März ein Umsatzplus von 1,6 % verbuchen können. Der Konsum spielt in den USA eine weit größere Rolle als in Europa.

Indikatoren des Tages: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Netto-Kapitalfluss, Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung, Philly Fed Konjunkturindex

Ein Euro ist.... (Veränderungen in Prozent)

Bulgarischer Lew 1,9560 +0,02
Tschechische Krone 25,0230 -0,15
Ungarischer Forint 262,2000 -0,32
Polnischer Zloty 3,8663 -0,19
Rumänischer Lei 4,1411 -0,03
Kroatische Kuna 7,2557 -0,05
Ukrainische Gwina 10,7825 + 0,11
Estnische Krone 15,6462 -0,00
Russischer Rubel 39,4279 -0,47

Singapur-Dollar 1,8719 -0,30
Südkorea-Won 1509,4280 -0,50
Taiwan-Dollar 42,7358 -0,27
Hongkong-Dollar 10,5732 -0,02
Thailand-Baht 43,9800 +0,05
Malaysia-Ringgit 4,3524 -0,92
Indones. Rupie 12272,7200 -0,04
Neuseel. Dollar 1,9051 -0,61
Indische Rupie 60,4623 +0,26
Philipp. Peso 60,3686 -0,49
Austral. Dollar 1,4577 - 0,42
Chinesischer Yuan 9,2953 -0,08

Kanadischer Dollar 1,3553 -0,55
Südafrikanischer Rand 9,9732 +0,57
Argentinischer Peso 5,2612 -0,60
Brasilianischer Real 2,3688 -0,80
Mexikanischer Peso 16,5765 -0,17
Israelischer Shekel 5,0260 -0,65
Ägyptisches Pfund 7,4842 -0,58
Türkische Neue Lira 2,0067 -0,74