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DAX und Co.

Europas Börsen starten in der Verlustzone

Die Leitbörsen in Europa tendieren zu Wochenbeginn eindeutig im Minus.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag zu Mittag einheitlich in der Verlustzone tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 13.05 Uhr mit 7.092,77 Punkten und einem Minus von 85,52 Einheiten oder 1,19 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London sank um 60,0 Zähler oder 1,00 Prozent auf 5.935,99 Stellen.

Euro-Stoxx-50 kräftig im Minus
Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts-und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 ermäßigte sich deutlich um 44,84 Einheiten oder 1,54 Prozent auf 2.874,21 Punkte. Erneute Spekulationen um eine mögliche Umschuldung Griechenlands haben die europäischen Leitbörsen bis Mittag tief ins Minus rutschen lassen. Einer griechischen Tageszeitung zufolge hätte das Land bereits Anfang April bei der EU und dem IWF um eine Umschuldung angesucht. Die griechische Zentralbank hat diese Gerüchte indes vehement dementiert. Der Chef der Bank von Griechenland, Giorgos Provopoulos, bekräftigte, dass ein solcher Schritt weder nötig noch erwünscht sei.

Bankenwerte besonders stark unter Druck
Ungeachtet des Dementis der Griechen gehörten zum Wochenauftakt erneut europäische Bankenwerte zu den schwächsten Sektoren. Angeführt wurde die Liste der Verlierer des Sektors von der griechischen Alpha Bank, welche 5,07 Prozent auf 3,93 Euro einbüßte, sowie von der Societe Generale, die sich um 3,06 Prozent auf 43,84 Euro stark abschwächten. Aber auch andere Banken wie UniCredit (minus 2,64 Prozent auf 1,66 Euro), Banco Santander (minus 2,29 Prozent auf 8,08 Euro) und BNP Paribas (minus 2,19 Prozent auf 50,96 Euro) präsentierten sich deutlich schwächer.

Deutsche Bank bläst BHF-Verkauf ab
Auch die Titel der Deutschen Bank konnten sich dem Branchentrend nicht entziehen und fielen um 1,66 Prozent auf 40,40 Euro. In der Früh war bekanntgeworden, dass der geplante Verkauf der BHF-Bank abgeblasen wurde. Nach "Diskussionen zwischen den Parteien und den zuständigen Aufsichtsbehörden" wolle man das Frankfurter Kreditinstitut nun doch behalten. Die Deutsche Bank will nun besonders die Vermögensverwaltung der BHF-Bank stärken.

Goldman Sachs bewertet Stahlbranche

Neue Impulse gingen darüber hinaus von einer Branchenstudie für Stahlwerte aus, welche von den Experten von Goldman Sachs durchgeführt wurde. Das Anlagevotum für die Titel von ThyssenKrupp wurde im Zuge dessen von "buy" auf "neutral" heruntergeschraubt. Die Aktie verlor 2,93 Prozent auf 28,84 Euro. Auch die Empfehlung für Salzgitter haben die Goldman-Experten von "neutral" auf "sell" gesenkt und den Papieren dadurch einen Abschlag von 3,66 Prozent auf 51,54 Euro beschert.

Synthes deutlich im Plus
Deutlich im Plus zeigten sich auch Synthes. Der Schweizer Medizintechnikkonzern hat die Gerüchte über mögliche Übernahmegespräche mit Johnson & Johnson (J&J) bestätigt. Der US-Pharmariese sei an einem Zusammenschluss mit Synthes interessiert, angeblich soll Johnson & Johnson bereit sein, 20 Mrd. Dollar für den Weltmarktführer in der Unfallchirurgie zu zahlen. Dies entspräche einem Aufschlag von 11 Prozent auf den Kurs vom Freitag. Bis Mittag zogen Synthes um 6,20 Prozent auf 147,30 Schweizer Franken an.

Deutsche und französische Telekom mit gemeinsamem Einkauf
Schließlich sorgten Nachrichten aus der europäischen Telekommunikations-Branche für Aufmerksamkeit. Die Deutsche Telekom hat in der Früh angekündigt, ihren Einkauf in wesentlichen teilen mit der France Telecom-Orange zusammenlegen zu wollen. Auf diese Weise könnten beide Unternehmen in drei Jahren 1,3 Mrd. Euro einsparen. Darüber hinaus soll das neue Joint-Venture "eine schlagkräftigere Beschaffungsorganisation ermöglichen und zu einer effektiveren Partnerschaft mit (unseren) Lieferanten führen, kündigten die beiden Unternehmen an. Deutsche Telekom tendierten dennoch um 0,58 Prozent leichter bei 11,20 Euro, France Telecom-Orange verloren ebenfalls um 0,64 Prozent auf 15,54 Euro. Die Papiere des Branchenkollegen Telekom Italia waren mit einem Kursrutsch von 6,23 Prozent auf 1,01 Euro das deutliche Schlusslicht des Euro-Stoxx-50.

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