Börse DAX

Zum Wochenstart

Europas Leitbörsen erneut sehr schwach

Sorgen um eine Verschärfung der Schuldenkrise belasten die Märkte.

Die Sorge um eine sich erneut verschärfende Euro-Schuldenkrise hat die Leitbörsen in Europa am Montagvormittag erneut tief in der Verlustzone tendieren lassen. Der europäische Auswahlindex Euro-Stoxx-50 verlor bis 10.05 Uhr um massive 93,37 Einheiten oder 4,50 Prozent auf 1.980,30 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte bei 5.014,86 Punkten, das entspricht einem Abschlag von 175,07 Einheiten oder 3,37 Prozent. Kurzfristig rutschte der deutsche Leitindex sogar erstmals seit mehr als zwei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten. In London verringerte sich der FT-SE-100 um 136,2 Einheiten oder 2,61 Prozent auf 5.078,43 Zähler.

Zum Wochenschluss waren die Börsen belastet vom Rücktritt des EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark bereits mit tieforten Notierungen aus dem Handel gegangen. Die EZB nannte persönliche Gründe für Starks Ausscheiden; am Markt wurden aber unterschiedliche Auffassungen über die Krisenbewältigung als Hintergrund vermutet.

Zudem belasteten einem Händler zufolge neue Spekulationen um einen bevorstehenden Zahlungsausfall Griechenlands und die Ausweitung auf andere Schuldenstaaten den Markt. Momentan gebe es eine unangenehme Kombination durch eine sich erneut verschärfende Schuldenkrise auf der einen Seite und eine Europäische Zentralbank, die sich über Gebühr in die Bekämpfung dieser Krise verstrickt habe, hieß es etwa vonseiten der Commerzbank.

Vor diesem Hintergrund verzeichnete vor allem den Finanzsektor massive Kursverluste. Die Bankentitel BNP Paribas und Credit Agricole stürzten am unteren Ende des Euro-Stoxx-50 um 12,20 Prozent auf 26,17 Euro bzw. 11,90 Prozent auf 4,76 Euro ab. Unter den größten Kursverlierer fanden sich auch Societe Generale, die sich um 11,98 Prozent auf 15,37 Euro abschwächten. Wie die französische Großbank am heutigen Montag mitteilte, will sie mit einem Stellenabbau und Spartenverkäufen die Ertrags- und Kapitalbasis der Bank absichern. Bis Ende 2013 soll durch den Verkauf von Unternehmensteilen Kapital in Höhe von vier Milliarden Euro freigesetzt werden.

Kursgewinner gab es im Euro-Stoxx-50 keinen; mit vergleichsweise moderaten Verlusten präsentierten sich aber Deutsche Börse, die lediglich um 1,16 Prozent auf 38,89 Euro nachgaben. Gestützt werde die Aktie Händlern zufolge von einem Medienbericht, wonach die EU keine strengen Auflagen für die Fusion mit der NYSE Euronext erwägen dürfte.

Vergleichsweise gut hielt sich europaweit auch der Nahrungsmittelsektor. So gaben etwa Danone (minus 2,79 Prozent auf 43,69 Euro) und Anheuser-Busch (minus 2,94 Prozent auf 36,28 Euro) weniger stark als der Gesamtmarkt nach.