Europas Leitbörsen kaum bewegt

Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen kaum bewegt

Banco Santander nach Zahlen an der Index-Spitze.

Aufgrund der anstehenden Entscheidung der US-Notenbank dürften sich die Anleger vorerst in der Defensive halten. So haben sich die europäischen Leitbörsen am Mittwochvormittag kaum bewegt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.40 Uhr mit minus 0,16 Prozent oder 4,97 Punkte bei 3.116,32 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt fiel 0,14 Prozent oder 14,82 Zähler auf 10.244,77 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,24 Prozent oder 15,23 Einheiten auf 6.269,29 Punkte.

Die US-Notenbank wird am Abend mitteleuropäischer Zeit ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Dass die Fed bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Zinsen weiter anhebt, gilt am Finanzmarkt als nahezu ausgeschlossen. Vor allem Konjunkturschwächen in Schwellenländern, Turbulenzen an den Finanzmärkten und nicht zuletzt eine Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten aus den USA hatte die Fed-Mitglieder vorsichtig gestimmt. Allerdings erhoffen sich Investoren Hinweise darauf, wann die Fed erneut an der Zinsschraube drehen könnte. Mittlerweile halten die wenigsten Beobachter eine Leitzinserhöhung im Juni noch für wahrscheinlich.

Neben dem US-Leitzinsentscheid ist auch europaweit die Konjunkturagenda an diesem Handelstag gut gefüllt. So ist die Stimmung der französischen Verbraucher im April unverändert geblieben. Volkswirte hatten mit einem leichten Anstieg auf 95 Punkte gerechnet. Die Stimmung der französischen Konsumenten bleibt damit weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Daneben blicken die deutschen Verbraucher, laut dem Marktforschungsunternehmen GfK, überraschend optimistisch in die Zukunft und sind zum Geldausgeben bereit. Der für Mai ermittelte Indikator für die Konsumlaune sei von zuvor 9,4 Punkten auf 9,7 Zähler gestiegen.
Im Branchenvergleich präsentierten sich die Öl- und Gaskonzerne mit Gewinnen. Die Total-Aktien gewannen 1,18 Prozent. Denn trotz bröckelnder Gewinne hat der Ölkonzern zum Jahresstart unerwartet gute Geschäftszahlen vorgelegt.

Auch der Bankensektor legte zu. Die Aktien von Banco Santander schoben sich mit einem Plus von 3,03 Prozent an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Das spanische Geldhaus hat zum Jahresauftakt wegen des starken Euro weniger verdient. Der Gewinnrückgang fiel allerdings nicht so hoch aus wie Experten befürchtet hatten.

Außerdem schnellten die Titel von Addidas satte 5,76 Prozent höher. Der Sportartikelhersteller hatte seine Prognose für das laufende Jahr erhöht. Der Konzern habe im ersten Quartal sehr stark abgeschnitten, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Die Geschäftsentwicklung dürfte dank der Fußball-Europameisterschaft auch im zweiten Jahresviertel in Schwung bleiben.

Im weiteren Tagesverlauf stehen noch Geschäftszahlen zum ersten Quartal von dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline ab und von dem französischen Branchenkollegen Saint-Gobain. Zuletzt notierten deren Aktien margrinal im Minus.