EuroStoxx/Frankfurter Börse

Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen schließen im Plus

US-Luftangriff wirkte auf den Handel - US-Arbeitsmarktdaten enttäuschten.

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag mehrheitlich im Plus aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,18 Prozent auf 3.495,80 Zähler.

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz des syrischen Militärs hatten die USA in der Nacht zu Freitag einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien angegriffen. Die europäischen Leitbörsen sind deswegen einheitlich mit einem negativen Vorzeichen in den Handel gestartet. Einige Leitindizes konnten jedoch im Verlauf des Tages ins Plus drehen.

Neben den heutigen geopolitischen Ereignissen fielen Konjunkturdaten richtete sich die Aufmerksamkeit der Börsianer auch auf die Arbeitsmarktdaten in den USA für den März: Anstelle der erwarteten 180.000 Stellen, wurden lediglich 98.000 geschaffen. Das war der niedrigste Zuwachs seit Mai 2016.

Zuletzt dürfte auch das Treffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping im Zentrum gelegen haben. Nach dem ersten Tag seiner Gespräche in Mar-a-Lago in Florida sagte der chinesische Präsident nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, er sei bereit, mit Trump zusammenzuarbeiten, um das Verhältnis "von einem neuen Ausgangspunkt" voranzubringen.

Von einem nach dem Luftschlag anziehenden Ölpreis profitierten Energiewerte: Die Titel von Royal Dutch Shell (B-Aktien mit plus 1,72 Prozent) und BP (plus 1,28 Prozent) konnten Kursgewinne hinlegen. Auch Total rückte mit fast einem Prozent nach oben.

Ebenfalls zulegen konnten in London Randgold Resources (plus 4,29 Prozent). Die Ereignisse im Nahen Osten dürften Anleger in sichere Häfen wie Anleihen und Gold getrieben haben.

Die Aktien des in Frankfurt notierten Rüstungskonzerns Rheinmetall legten ebenfalls um 1,54 Prozent zu und führen somit ihre Rekordrally weiter fort. Hier setzen die Anleger ohnehin bereits auf steigende Militärausgaben, kommentieren Medien.

Abseits der politischen Ereignisse in Syrien rückten sich auch Analystenkommentare in den Vordergrund. Die Aktien von Standard Life und Aberdeen Asset Management legten nach positiven Analystenstimmen jeweils 3,63 und 4,15 Prozent zu. Die Titel des Online-Händlers Ocado rutschten mit minus 5,36 Prozent ab.

Ebenfalls wegen einer Analysteneinschätzung fand bei den Titeln der Supermarktkette Carrefour in Frankreich Bewegung statt. Nach der Herabstufung auf "Sell" durch die UBS schlossen die Titel mit minus 2,80 Prozent.

In Schweden konnten die Aktien des Verpackungsherstellers BillerudKorsnas mit einer Gewinnwarnung für wenig Begeisterung sorgen. Anleger straften die Titel des Unternehmens mit einem Kursminus von 4,79 Prozent ab.

Auch ein Börsengang in der Schweiz konnte für Aufmerksamkeit sorgen. Die Titel des Gesundheitsunternehmen Galenica Sante gewannen mehr als 10 Prozent.

Die Wertpapiere des Luxusgüterdienstleisters LVMH schoben an die Spitze des Euro-Stoxx-50 mit einem Plus von 2,31 Prozent. Am Montag wird der Konzern seinen Umsatz für das erste Quartal vorlegen.