Deutsche Börse Frankfurt

Mehrheitlich

Europas Leitbörsen schließen im Plus

Euro-Stoxx befestigte sich um 7,52 Einheiten oder 0,32% auf 2.331,19 Zähler.

Die europäischen Leitbörsen konnten am Mittwoch nach einer freundlichen Eröffnung an der Wall Street ihre anfänglich Kursverluste großteils wett machen und mehrheitlich in der Gewinnzone schließen. Der Euro-Stoxx-50 befestigte sich um 7,52 Einheiten oder 0,32 Prozent auf 2.331,19 Zähler.

Die von starken Unternehmenszahlen aus dem Einzelhandelssektor gestützten US-Aktienmärkte konnten auch in Europa die Kauflaune der Anleger anheben, kommentierte ein Händler. Stand über weite Strecken des heutigen Handelstages noch das eher enttäuschend verlaufene Treffen zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im Vordergrund, kamen im späteren Handelsverlauf vereinzelte Stimmen auf, wonach die jüngsten Wirtschaftswachstumszahlen aus Deutschland nicht so schlecht ausgefallen waren wie anfänglich angenommen. Ein Händler verwies beispielsweise auf den Bausektor, welcher im ersten Quartal geboomt hätte, während sich diese Entwicklung sonst gleichmäßiger auf das erste Halbjahr verteile.

An den grundlegenden Markttendenzen hat sich allerdings bis zum Handelsschluss nichts geändert. So schloss im Branchenvergleich der Finanzsektor verlustreich. Allen voran gingen die Titel der Deutschen Börse mit einem Minus von 4,97 Prozent auf 41,10 Euro als Schlusslichter im Euro-Stoxx-50 aus dem Handel. Auch London Stock Exchange Group verbilligten sich um 2,81 Prozent auf 846,00 Pence. Börsianer verwiesen diesbezüglich auf die am Vorabend bekanntgewordenen deutsch-französischen Pläne für eine Finanz-Transaktionssteuer.

Ebenfalls mit Abschlägen beendeten einige Bankentitel die Sitzung. Unter anderem gaben Deutsch Bank (minus 2,20 Prozent), BNP Paribas (minus 2,16 Prozent) und Societe Generale (minus 2,51 Prozent) ab.

Noch schlechter erging es dem Technologiesektor. Der entsprechende Subindex büßte 2,56 Prozent ein, nachdem die Analysten von Morgan Stanley den europäischen Halbleitersektor abgestuft hatten und zusätzlich die schwachen Umsatzzahlen des US-Computerproduzenten Dell Technologiewerte belastet hatten. Prominente Verlierer waren hierbei beispielsweise Infineon (minus 3,85 Prozent) oder STMicroelectronics (minus 1,25 Prozent). Auch Nokia sackten nach ihrem Kursprung der vergangenen beiden Handelstage deutlich ab, und verabschiedeten sich schließlich mit einem Minus von 3,81 Prozent bei 4,14 Euro aus dem Handel.

Unter den Einzelwerten sorgten Unternehmenszahlen für teilweise starke Kursbewegungen. So legten etwa Swiss Life in Zürich um 3,71 Prozent auf 103,30 Franken zu, nachdem der Schweizer Lebensversicherungskonzern im ersten Halbjahr 2011 die Gewinnprognosen der Analysten deutlich übertreffen konnte.

Schwere Verluste sahen hingegen Carlsberg. Das Unternehmen verbuchte im zweiten Quartal einen unerwartet starken Gewinnrückgang und schraubte deshalb seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr herunter. Die Aktien stürzten in Kopenhagen um mehr als 17 Prozent ab.