Trotz Sorgen um China

Europas Leitbörsen schließen überwiegend höher

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Der Euro-Stoxx-50 schließt mit einem Plus von 31,74 Einheiten oder 0,91 Prozent.

Nach zwei Tagen mit klaren Kursverlusten sind die europäischen Leitbörsen am Donnerstag überwiegend höher aus dem Handel gegangen. Sorgen um Chinas wirtschaftliche Situation rückten in den Hintergrund.

Zwischenzeitlich noch deutlichere Gewinne wurden nach einer verhaltenen Eröffnung an der Wall Street aber teilweise wieder abgegeben. Der Euro-Stoxx-50 ging schließlich mit einem Plus von 31,74 Einheiten oder 0,91 Prozent bei 3.516,15 Zählern aus dem Handel.

Die chinesische Notenbank hat am Donnerstag die Landeswährung Renminbi (Yuan) bereits zum dritten Mal in dieser Woche abgewertet. Gleichzeitig gab sie aber an, für eine weitere Abwertung keine ökonomische Grundlage zu sehen. Am Dienstag und am Mittwoch hatten die Abwertungen Sorgen um die Verfassung der chinesischen Wirtschaft geschürt und die europäischen Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt.

Die Blicke richten sich nun wieder stärker auf die Berichtssaison sowie auf europäische Konjunkturdaten. In der Früh veröffentlichte Inflationsdaten aus Deutschland und Frankreich zeigten, dass die Preisentwicklung in der Eurozone im Juli weiter schwach bleibt. In beiden Ländern sind die Preise nur um 0,2 Prozent gestiegen.

Auf Unternehmensseite war es vor allem die weiterhin laufende Berichtssaison, welche für Impulse sorgte. Zahlen wurden etwa von Nestle vorgelegt. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern ist im ersten Halbjahr zwar etwas langsamer gewachsen, aber immer noch stärker als Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn von 4,5 Mrd. Franken (4,1 Mrd. Euro) lag hingegen unter den Erwartungen am Markt. Die Nestle-Aktie schloss an der Zürcher Börse mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 74,15 Franken.

Im Euro-Stoxx-50 stachen die Papiere von RWE mit einem deutlichen Minus von 7,91 Prozent negativ hervor. Einbußen im Stromgeschäft und sinkende Gewinne beim britischen Tochterunternehmen ließen das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beim deutschen Versorger im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 3,19 Mrd. Euro schrumpfen. Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn fiel um 28 Prozent auf 543 Mio. Euro.

Eine Berg- und Talfahrt legten die Aktien von ThyssenKrupp nach ihrer Zahlenvorlage hin. Standen sie im Eröffnungshandel noch an der DAX-Spitze, so gaben sie im Verlauf ihre Gewinne wieder ab und drehten im Späthandel sogar noch ins Minus. Schlussendlich gingen die Papiere um 0,40 Prozent tiefer bei 22,16 Euro aus dem Handel. Die Zahlen selbst hatten für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 einen Anstieg des operativen Gewinns um mehr als ein Drittel auf 539 Mio. Euro gezeigt. Analysten hatten im Schnitt mit 491 Mio. Euro gerechnet.

Im Branchenvergleich wurden im Euro-Stoxx-50 Werte aus der Konsumgüter- und Finanzbranche besonders nachgefragt. Unter den größten Gewinnern waren einerseits LVMH (plus 2,92 Prozent) und L'Oreal (plus 2,00 Prozent) und andererseits Intesa Sanpaolo (plus 1,73 Prozent) und Societe Generale (plus 1,63 Prozent) zu finden.

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