Wiener Börse

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ATX noch knapp im Plus bei 1.978,62

Gewinne nach starker Eröffnung im Frühhandel großteils wieder abgegeben

Die Wiener Börse hat am Dienstag im frühen Handel leicht befestigt tendiert. Nach Ablauf der meisten Eröffnungsauktionen wurde der ATX um 9.45 Uhr mit 1.978,62 Punkten nach 1.968,72 Einheiten am Montag errechnet, das ist ein Plus von 9,9 Punkten bzw. 0,50 Prozent.

Nach einem festen Start gab der ATX im Frühhandel sukzessive seine Anfangsgewinne wieder ab und nimmt wieder Kurs auf die am Vortag markierten Zweijahrestiefs. Die Gewinne der US-Börsen nach einem "Financial Times"-Bericht über Käufe italienischer Staatsanleihen durch chinesische Investoren brachten nur kurzfristig positive Stimmung nach dem Kursrutsch vom Vortag. Bestimmendes Thema an den Börsen dürfte vorerst weiter die Schuldenkrise einiger Euroländer bleiben.

Größere Umsätze gab es vor allem in den zuletzt stark geprügelten Bankaktien. Raiffeisen Bank International notierten im Frühhandel mit einem Plus von 2,73 Prozent bei 24,10 Euro. Die Aktie war sehr fest in den Handel gestartet, kam im Frühhandel aber wieder etwas zurück. Erste Group mussten ihre anfänglichen Gewinne ebenfalls großteils abgeben und verbuchten ein kleines Plus von 0,73 Prozent auf 20,58 Euro. Auch an anderen Börsen drehten Bankwerte nach einem festen Start im Verlauf wieder nach unten.

Die stark in Ungarn engagierte Erste Group hatte an der Börse zuletzt vor dem Hintergrund von Plänen der ungarischen Regierungspartei Fidesz besonders deutlich verloren. Ungarns Regierung hatte angekündigt, ungarischen Kreditnehmern eine begünstigte Rückzahlung von Fremdwährungsdarlehen ermöglichen zu wollen. In Ungarn waren Franken-Kredite besonders beliebt, viele Kreditnehmer stehen aber nun nach dem Höhenflug der als sicherer Hafen geltenden Schweizer Währung vor Zahlungsschwierigkeiten.

Gesucht waren in der Früh voestalpine und legten 1,56 Prozent auf 22,50 Euro zu. Die Aktie konnte sich damit auch nur teilweise von den Verlusten von Wochenbeginn erholen. Unter den weiteren Gewinnern fanden sich Immofinanz (plus 0,79 Prozent auf 2,29 Euro).

Verbund ermäßigten sich im Frühhandel um 0,47 Prozent auf 21,10 Euro und steuern damit neue Mehrjahrestiefs an. Die Aktie des Versorgers hatte zuletzt nach einer überraschenden Gewinnwarnung des Konzerns deutlich nachgegeben. Am Montag hatten einige Analysten bereits auf die Gewinnwarnung reagiert: Die Berenberg-Bank hat ihr Verbund-Kursziel von 31 auf 27 Euro gesenkt. Die Analysten von Cheuvreux haben ihr Kursziel von 25 auf 22 Euro gesenkt. Beide Häuser hatten ihre Empfehlung "hold" bzw. "underperform" bestätigt.

Der ATX Prime notierte bei 975,29 Zählern und damit um 0,49 Prozent oder 4,8 Punkte höher. Im prime market zeigten sich 22 Titel mit höheren Kursen, elf mit tieferen und einer unverändert. In sechs Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 1.093.922 (Vortag:1.755.784) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 25,749 (44,12) Mio. Euro (Doppelzählung) gehandelt.