Wiener Börse: Griechenland-Krise weiter im Fokus

Wiener Börse: Griechenland-Krise weiter im Fokus

Die Wiener Börse hat am Mittwoch mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der ATX büßte 70,17 Punkte oder 2,60 % auf 2.630,81 Einheiten ein. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 40 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.671 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York +0,14 %, DAX/Frankfurt -1,22 %, FTSE/London -0,28 % und CAC-40/Paris -1,57 %.

Belastet wurde der Markt weiter von der sich zuspitzenden Griechenland-Krise. Auch an anderen Börsen ging es angesichts der Ängste vor einer Ausweitung der Krise auf andere Länder zeitweise deutlich nach unten.

"Das geplante Hilfspaket für Griechenland könnte zwar übers Jahr helfen, danach ist aber unklar wie es weiter geht", sagte ein Aktienhändler. Auch dass neben Griechenland nun auch Portugal, Spanien und Italien als Kandidaten für eine Schuldenkrise gehandelt werden, sei für die Märkte nicht vertrauenserweckend. So hat die Ratingagentur S&P am Mittwoch nach Börsenschluss auch seine Kreditratings für Spanien gesenkt.

In Wien fielen die Verluste am Mittwoch im Vergleich zu anderen Börsen besonders deutlich aus. Die Abschläge von mehr als vier Prozent im ATX am Vormittag konnten zwar wieder eingegrenzt werden. Unterm Strich blieb aber dennoch ein deutliches Minus im Wiener Aktienindex.

Aktienhändler begründeten die Verluste in Wien mit dem Nachholbedarf der Wiener Börse. Während viele andere europäische Börsen bereits am Dienstag mit starken Verlusten auf die Herabstufung der S&P-Ratings für Griechenland und Portugal reagiert hatten, dürften in Wien viele Anleger erst am Mittwoch reagiert haben. Zudem dürfte Wien auch unter einem "Liquiditätsabschlag" leiden, da heimische Aktien im internationalen Vergleich nur als "mittelgroße" Midcap-Titel gelten.

Besonders unter Druck kamen in Wien wie auch an anderen Börsen die Bankenwerte. So fielen Raiffeisen International um 3,95 % auf 36,50 Euro. Erste Group büßten bei hohem Volumen 1,99 % auf 32,99 Euro ein. Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny sieht für die österreichischen Banken keine großen Auswirkungen durch die Griechenland-Krise. Der Notenbanker bezifferte das Exposure für den heimischen Bankensektor am Mittwoch mit 4 Mrd. Euro.

Auch mit den meisten anderen ATX-Schwergewichten ging es stark nach unten. So fielen Telekom Austria 4,42 % auf 9,72 Euro. Wienerberger gaben 5,37 % auf 14,10 Euro nach. Sehr schwach zeigten sich auch einige Immobilientitel. So verloren Immofinanz bei sehr hohem Volumen 4,32 % auf 3,10 Euro. Immoeast fielen um 3,10 % auf 4,69 Euro. Die beiden Unternehmen sollen am Donnerstag fusionieren. Gegen den Trend zulegen konnten voestalpine und stiegen um 0,77 % auf 28,97 Euro.

Die zehn größten Kursgewinner von heute:

1. KAPSCH TRAFFICCOM AG +3,28 Prozent
2. BRAIN FORCE HOLDING AG +2,94 Prozent
3. VOESTALPINE AG +0,77 Prozent
4. CENTURY CASINOS INC +0,49 Prozent
5. OBERBANK AG ST +0,23 Prozent
6. WIENER PRIVATBANK SE +0,21 Prozent
7. SEMPERIT AG HOLDING +0,13 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von heute:

1. AVW INVEST AG -7,31 Prozent
2. LENZING AG -6,69 Prozent
3. POLYTEC HOLDING AG -6,35 Prozent
4. WIENERBERGER AG -5,37 Prozent
5. SCHOELLER-BLECKMANN AG -5,17 Prozent
6. WARIMPEX FINANZ- UND BET. AG -5,11 Prozent
7. CHRIST WATER TECHNOLOGY AG -4,48 Prozent
8. TELEKOM AUSTRIA AG -4,42 Prozent
9. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH. -4,40 Prozent
10. IMMOFINANZ AG -4,32 Prozent