Wiener Börse

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ATX setzt Talfahrt weiter fort

Der ATX fiel 50,02 Punkte oder 2,66 Prozent auf 1.829,49 Einheiten.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Dienstag bei gutem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 50,02 Punkte oder 2,66 Prozent auf 1.829,49 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 26 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.855 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,97 Prozent, DAX/Frankfurt -2,97 Prozent, FTSE/London -2,58 Prozent und CAC-40/Paris -2,60 Prozent.

Nach einem bereits schwachen Wochenauftakt ging die Talfahrt des heimischen Börsenbarometers sowie bei den internationalen Leitbörsen am Dienstag weiter. Die Verschiebung der Auszahlung der nächsten Kredittranche an Griechenland sorgte zunächst für große Unsicherheit unter den Investoren. Am späten Nachmittag standen dann die jüngsten Aussagen des Chef der US-Notenbank (Fed) Ben Bernanke im Blick.

Im Vorfeld zu der Bernanke-Rede bauten die Leitbörsen Europas und damit auch der ATX ihr Minus kurzfristig deutlich aus, konnten sich jedoch rasch wieder erholen und bis Handelsschluss ihre Verluste wieder deutlich eingrenzen. Der Fed-Chef zeichnete ein eher trübes Bild zur Entwicklung der US-Wirtschaft. Das Wachstum in der größten Volkswirtschaft sei nach wie vor zu schwach um eine Erholung des Arbeitsmarktes nach sich zu ziehen. Bernanke kündigte jedoch Stützungsmaßnahmen für die schwächelnde Konjunktur bereit, "sofern erforderlich". Die am Markt im Vorfeld erhofften, konkreten Aussagen zu einem erneuten Kauf von Staatsanleihen durch die Fed gab es aber nicht.

Im Sektorenvergleich rutschten erneut Finanzwerte deutlich ab. Erste Group sanken um 3,89 Prozent auf 17,30 Euro, Raiffeisen büßten 4,53 Prozent auf 19,48 Euro ein. Bereits am Montag beendeten beide Schwergewichte den Handel mit einem Minus von über sieben Prozent. Belastet wurde die Branche neben der Griechenland-Krise durch die Senkung der Gewinnprognosen bei der Deutschen Bank sowie durch die Sorgen um Dexia.

Am Vortag drohte die Ratingagentur Moody's dem stark in Griechenland engagierten Kreditinstitut Dexia mit einer Abstufung der Kreditwürdigkeit. Zudem plane das Kreditinstitut Medienberichten zufolge eine Aufspaltung in eine "gute" und eine "schlechte" Bank, hieß es heute. Die Titel brachen heute bereits den zweiten Tag in Folge im zweistelligen Bereich ein.

Sehr schwach zeigten sich zudem konjunktursensible Werte. So büßten Andritz 6,52 Prozent auf 55,95 Euro ein, voestalpine gaben 5,97 Prozent auf 19,63 Euro ab und Wienerberger rutschten um 7,31 Prozent auf 7,90 Euro ab.