Autokonzern Saab meldet Konkurs an

Gläubigerschutz beantragt

Autokonzern Saab meldet Konkurs an

Für Auto-Experten ist klar: Saab hat keine Zukunft mehr.

Der angeschlagene Autohersteller Saab hat Gläubigerschutz beantragt und will mit einem Zwangsverwalter das endgültige Aus abwenden. Wie das schwedische Unternehmen am Mittwoch in Trollhättan nördlich von Göteborg mitteilte, sei ein entsprechender Antrag in der Früh beim zuständigen Gericht Vänersborg eingereicht worden. Saab steckt seit Monaten in großen Schwierigkeiten.

"Freiwillige Rekonstruktion"
Angesichts der "begrenzten finanziellen Ressourcen" sei eine "freiwillige Rekonstruktion" die beste Lösung, hieß es weiter. Schon einmal hatte Saab als zum Verkauf stehende Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) 2009 Gläubigerschutz beantragt und wurde über Monate von einem vom Gericht eingesetzten Zwangsverwalter geführt.

Mit dem erneuten Antrag auf Gläubigerschutz kam Saab auch einem bevorstehenden Insolvenzantrag von Gewerkschaften zuvor, weil die vergangene Woche fälligen Löhne und Gehälter für August bisher nicht ausgezahlt werden konnten. Mit der Einsetzung eines Zwangsverwalters unter Gläubigerschutz tritt ein staatliches Garantiesystem für Löhne und Gehälter in Kraft.

Saab hat im ersten Halbjahr 224 Mio. Euro Verluste eingefahren und nur 13.000 Autos abgesetzt.

Keine Zukunft
Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte mit Blick auf den Saab-Antrag auf Gläubigerschutz: "Das war nur eine Frage der Zeit." Saab habe keine Zukunft und werde nun "abgewickelt", sagte der Experte von der Uni Duisburg-Essen. Saab spiele in einer Liga mit den großen Oberklasse-Herstellern BMW, Audi, Daimler oder auch Volvo. Diese hätten aber weitaus größere Stückzahlen, daher sei das Geschäft bei Saab "wirtschaftlich nicht darstellbar".