Constantia schwimmt nicht mehr im Geld

Banken müssen minimum einen Monat flüssig sein

Um gefährliche Liquiditätsengpässe, müssen die Banken in Europa künftig einen Liquiditätspuffer vorhalten. Jede Bank muss zumindest für einen Monat lang ausreichende Liquidität vorweisen können, und dieser Puffer müsse auch harten Stresstests standhalten, berichteten die FMA-Vorstände Harald Ettl und Kurt Pribil in Alpbach.

Zu entsprechenden Expertenvorschlägen gibt es am 22.9. ein Hearing in London. Der künftig verbindliche Banken-Liquiditätspolster muss im Kern aus Barmitteln bestehen sowie hochliquiden und "zentralbankfähigen" Geldern und Anlagen.

Zu den umfassenden Plänen der EU zur Reform der Finanzaufsicht, mehr oder weniger ferner Harmonisierung (Einlagensicherung, Amtshaftung, Sanktionen/Strafen, Umgang mit Short-Selling, Banken-Insolvenzrecht zum geordneten Marktaustritt etc.) und zur Risikominimierung (z.B. Hedgefonds-Regulierung, Aufsicht von Kreditratingagenturen) kristallisieren sich neue Details heraus.

Als eine Lehre aus der Finanzkrise wird schon in Bälde bei den bisher vernachlässigten oder überkommenen Liquiditätsregeln für Banken angesetzt. Zu wenig Liquidität versetzt einer Bank schneller den Todesstoß als andere Ereignisse.

Zur "Systemkontrolle" ist ein "Europäischer Rat für Systemrisiken" geplant. Er wird bei der EZB eingerichtet, unter Einbindung nationaler Aufsichtsbehörden. Analog zum Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) soll, was auch die Österreicher ausdrücklich favorisieren, ein System der Finanzmarktaufseher entstehen.

Die FMA wünscht sich für das neue europäische Aufsichtssystem einschließlich der neuen europäischen Behörde aber regulatorische Kompetenz (z.B. Verordnungskompetenz). Die bisher in Brüssel vorliegenden Vorschläge zur Aufsichtsarchitektur haben Übergangscharakter. Bis zum Fernziel einer zentralen europäischen Bankaufsichtsbehörde dürfte aber noch mindestens ein Jahrzehnt ins Land gehen.