Boersenchart

Börse Innsbruck will Mitte 2010 starten

Österreichs erste Regionalbörse nimmt konkretere Formen an: Bis Herbst sollen von Banken 15 Mio. Euro für die Gründung der Innsbrucker Börse eingebracht werden. Danach wird um Konzession bei der Finanzmarktaufsicht angesucht. Geplanter Starttermin sei Mitte 2010, so Beatus Müller, Geschäftsführer der Gründungsgesellschaft.

Die Wiener Börse sieht hingegen "keinen unmittelbaren Bedarf" für eine KMU-Börse in Westösterreich. An der geplanten Aktienbörse in Innsbruck sollen kleine und mittlere Unternehmen aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol notieren, welche sich an ethischen und ökologischen Zielen orientieren. Derzeit sind laut Müller 20 KMUs an einem Börsengang interessiert.

An der Innsbrucker Börse sollen aber auch alle anderen Unternehmen mit Westösterreich-Bezug notieren können. Geplant ist laut Müller, die Aktienkurse einmal wöchentlich in Rahmen eines Parketthandels zu bilden. Die Referenzbörse für das Projekt ist die Berner Börse, die seit 120 Jahren auf KMUs spezialisiert ist.

Die Wiener Börse reagiert auf die Innsbrucker Börsenplane mit Zurückhaltung: Die Wiener Börse biete mit dem "mid market" ein Segment für Unternehmen mit geringerem Kapitalisierungsbedarf, so das Unternehmen. Ein bereits etablierter Börsenplatzes biete verstärkte nationale wie internationale Präsenz aber auch die entsprechende Liquidität. Die Wiener Börse sei außerdem in der Lage, den Emittenten zahlreiche Serviceleistungen zu bieten.

In der Gründungsgesellschaft für die geplante Innsbrucker Börse sind Unternehmen wie Pfanner, Getzner, Linz Textil oder auch Einzelpersonen wie der Ex-Europaparlamentsabgeordnete Herbert Bösch vertreten. Man sei auf gutem Weg, das nötige Kapital für die Gründung der Börse zu erreichen, so Müller. 5 Mio. Euro Grundkapital schreibt das Börsengesetz dafür vor. Weitere 10 Mio. Euro seien laut Müller für den Betrieb der Börse sowie als Rücklagen notwendig. Derzeit werde mit rund 100 Investoren wie Banken und Versicherungen verhandelt.