Buffett kauft US-Lebensversicherungsverträge

5 Milliarden Dollar

Buffett steigt bei Bank of America ein

Berkshire Hathaway werde Vorzugsaktien kaufen: Aktie legte über 20% zu.

US-Investorenlegende Warren Buffett springt der angeschlagenen Großbank Bank of America bei. Dessen Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway werde für 5 Mrd. US-Dollar (3,47 Mrd. Euro)  Vorzugsaktien kaufen, teilte die Bank am Donnerstag in Charlotte (North Carolina) mit. Der Vertrauensbeweis Buffetts in das größte Geldhaus der USA wurde an der Börse mit einem kräftigen Kursaufschlag gefeiert. Ein Investment von Buffett gilt als Ritterschlag in der Finanzwelt und löst oft einen Ansturm anderer Investoren aus.

Die Aktien des Instituts legten am Nachmittag um 13,45 Prozent auf 7,93 Dollar zu und waren damit unangefochtener Spitzenreiter im insgesamt schwächer tendierenden Dow Jones Industrial. An den vergangenen Tagen waren die Titel unter die Räder geraten, weil Gerüchte auf dem Parkett umgegangen waren, wonach die Bank ihr Kapital erhöhen müsse.

"Bank of America ist ein starkes, gut geführtes Unternehmen", ließ sich Buffett zitieren. Er habe Vorstandschef Brian Moynihan selbst angerufen, um ihm zu sagen, dass er investieren wolle. Für die Vorzugsaktien der Bank of America wird Berkshire nun sechs Prozent Dividende pro Jahr kassieren.

Buffett hatte in der Finanzkrise unter anderem der Investmentbank Goldman Sachs mit einer ebenfalls 5 Mrd. schweren Geldspritze geholfen und damit sein Vertrauen in das Geldhaus demonstriert. Die "gute Tat" hatte sich der gewiefte Investor mit einer üppigen Dividende von rund zehn Prozent vergüten lassen. Bei der Rückzahlung in diesem Jahr wurde zudem ein Aufschlag fällig. Buffett ist außerdem der größte Anteilseigner bei der US-Bank Wells Fargo.

Auch dem Industriekonzern Genereal Electric war Buffet im Oktober 2008 - nur wenige Tage nach der Lehman-Pleite - mit einer Finanzspritze von 3 Mrd. Dollar beiseite gesprungen und hatte dafür im Gegenzug Vorzugsaktien erhalten. Die Finanzsparte hatte dem Konzern beim Crash des US-Immobilienmarktes massive Verluste eingebrockt. Im Oktober dieses Jahres will GE Buffet auszahlen - samt üppiger zehn Prozent Dividende. Der Investor hatte auch der schweizerischen Rückversicherung Swiss Re großzügig Geld geliehen. Der 80-Jährige ist nach einer Auflistung des US-Magazins Forbes der drittreichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von 50 Mrd. Dollar.

Die Bank of America ist derzeit der größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Im zweiten Quartal hatte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Mrd. Dollar verbucht. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss. Zuletzt tauchten zudem immer mehr Zweifel am Zustand des Kreditportfolios auf. Hinzu kam eine weitere milliardenschwere Schadensersatzklage des Versicherungskonzerns American International Group (AIG).

Lob für die Bank
Buffett lobte die Bank dagegen nun überschwänglich. "Ich bin von den gewinnbringenden Fähigkeiten des Unternehmens beeindruckt. Und sie handeln konsequent, um ihre Herausforderung hinter sich zu lassen."

Mit Berkshire Hathaway hat Warren Buffett eines der erfolgreichsten Konglomerate aller Zeiten aufgebaut. Dazu gehören rund 80 Tochterfirmen von Bekleidungsherstellern (Fruit of the Loom) über Versicherer (Geico) bis hin zu einer Eisenbahngesellschaft (Burlington Northern Santa Fe). Darüber hinaus ist Berkshire Hathaway an einer Reihe von US-Großkonzernen beteiligt, aber auch am deutschen Rückversicherungskonzern Munich Re.
 

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