Defizit sinkt: Wir sind wieder top

Gute Konjunktur

Defizit sinkt: Wir sind wieder top

Das Budgetdefizit ist nicht so hoch wie befürchtet und liegt unter Maastricht-Grenze.

Kein Triple A mehr von der Ratingagentur Standard & Poors, negativer Ausblick bei Moodys, sogar das Finanzministerium selbst stapelte zuletzt tief: Die Aussichten auf ein hohes Budgetdefizit ließen die Regierung erstarren.

© APA
Budgetsaldo in Prozent des BIP seit 1976 - Kurvengrafik
× Budgetsaldo in Prozent des BIP seit 1976 - Kurvengrafik

Aber da schau her: Wir sind besser, als wir glauben. Die am Donnerstag von Statistik Austria veröffentlichten Zahlen für das Budgetdefizit 2011 zeigen klar: Es geht wieder aufwärts.

Mit 2,6 % des BIP liegt das letztjährige Defizit klar unter der Maastricht-Grenze von 3 % und weit unter dem Wert des Vorjahres (4,5 %). Und: Von 3,6 % Minus war man zunächst ausgegangen, die letzte Prognose lag bei 3,3 % …

Gute Konjunktur
Hauptgrund dafür sei laut Statistik-Austria-Boss Konrad Pesendorfer die gute Konjunktur. Dadurch entwickelten sich die Steuereinnahmen besser als erwartet – plus 7,1 % mehr aus Einkommens- und Vermögens-, plus 5,7 % aus der Lohn- und plus 12 % aus der Körperschaftssteuer. Auch Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen steuerten mehr bei. Insgesamt stiegen die Staatseinnahmen um 4,7 %, die Staatsausgaben um 1 %.

„Erfreulich“
Finanzministerin Maria Fekter: „Der Abschluss 2011 ist erfreulich. Ich bin aber gedämpft optimistisch.“ Der Grund: Die Belastungen für den Staat aus der Griechenland-Krise seien erst dem Budget 2012 zuzurechnen. Abgesehen von der Bankenhilfe würde sich das Budget aber „positiv“ entwickeln.

Auch bei Konjunktur sind wir Spitze
Die anderen EU-Länder stürzen ab, unsere Wirtschaft wächst. Und das ist erst der Anfang.

Wien
Die Blitz-Rezession aus dem Winter scheint abzuziehen: Die Wirtschaftsforscher von Wifo (plus 0,4 %) und IHS (plus 0,8 %) erwarten für 2012 ein Wirtschaftswachstum. Für 2013 gehen die Institute schon von 1,4 bzw. 1,7 % Wachstum aus. Im Vergleich zur letzten Prognose sei das wirtschaftliche Umfeld günstiger geworden, sagt WIFO-Chef Karl Aiginger. „Ich rechne mit einer deutlichen Wirtschaftsbelebung ab Mitte des Jahres.“

Im EU-Raum schrumpft die Wirtschaft heuer um 0,2 %, nur Deutschland schafft 1 Prozent.

Diashow: Die stärksten Bilder des Tages

Die stärksten Bilder des Tages

×