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Euro-Krise

EU: Schärfere Regeln für Rating-Agenturen

Die Kommission legt am Dienstag einen Vorschlag vor.

Die EU-Kommission hat schärfere Regeln für Ratingagenturen angekündigt. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier legt kommenden Dienstag einen Vorschlag für klarere Regeln vor, erklärte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Freitag.

Zuletzt sind die Ratingagenturen wegen einer zunächst veröffentlichten und dann dementierten Abstufung von Frankreich unter Beschuss geraten. Angesichts der explosiven Lage auf den Finanzmärkten und der anhaltenden Schuldenkrise war dies Wasser auf die Mühlen jener Kritiker, die die jüngsten Herabstufungen von Euroländern als Ursache für die negativen Auswirkungen ansehen.

Die EU-Kommission werde dabei vor allem folgende Aspekte ins Visier nehmen, erklärte die Behörde in ihrer wöchentlichen Vorschau: Die übergroße Abhängigkeit der Finanzmarktteilnehmen von Ratings, Interessenkonflikte, die sich durch die Vergütung für Ratingagenturen und dadurch ergeben, dass Anteilseigner von Ratingagenturen ihre eigenen Produkte durch diese bewerten lassen.

Außerdem gehe es um Besonderheiten verschiedener Ratingkategorien, vor allem auf die Bewertung von staatlichen Schuldeninstrumenten, die in der bisherigen Regulierung nicht ausreichend seien. So seien Ratingagenturen vor allem wegen dem Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Transparenz  der Ratings in der gegenwärtigen Schuldenkrise kritisiert worden. Außerdem will die EU-Kommission zivile Haftungsfragen bei großem Fehlverhalten oder Fahrlässigkeit ins Visier nehmen. Ein weiterer Aspekt seien fehlende Wahlmöglichkeiten und mangelnde Diversität auf dem Ratingmarkt wegen der begrenzten Zahl von großen Agenturen, erklärte die Kommission.