Frankfurter Börse

Frühhandel

Europas Leitbörsen deutlich schwächer

Philadelphia-Fed-Index im Fokus.

Die europäischen Leitbörsen legten am Donnerstagvormittag nach ihrer jüngsten Gewinnphase den Rückwärtsgang ein. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.10 Uhr mit minus 0,61 Prozent oder 23,34 Punkte bei 3.780,21 Einheiten. Der DAX in Frankfurt verlor 0,78 Prozent oder 95,07 Zähler auf 12.136,27 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit minus 0,18 Prozent oder 13,09 auf 7.083,69 Punkte.

Gute Vorgaben aus Übersee konnten Europas Börsen keinen Auftrieb verleihen. An der Wall Street legte der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial seit dem Xetra-Schluss am Vortag moderat zu. Auch die Börsen Asiens präsentierten sich überwiegend freundlich. Impulse könnten am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA liefern. Auf der Agenda stehen wöchentliche Arbeitsmarktdaten und die Baubeginne und -genehmigungen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Philly-Fed-Index für April geschenkt werden. Denn das Pendant zu dieser regionalen Industrieumfrage enttäuschte am Mittwoch in der Region New York, konstatieren die Experten der Helaba-Bank.

Bei den Einzelwerten stand insbesondere der Immobiliensektor im Fokus. Für Deutsche Annington ging es 1,10 Prozent bergab. Knapp zwei Jahre nach dem Börsengang verliert Deutschlands größter Wohnungskonzern seinen größten Einzelaktionär. Der Staatsfonds von Abu Dhabi, ADIA, warf in der Nacht zum Donnerstag seine verbleibende Beteiligung von 6,6 Prozent auf den Markt.

Die gescheiterte Übernahme von conwert hat die Papiere mit 0,91 Prozent sinken lassen und zufolge zudem die Aktien von Deutsche Wohnen um 0,26 belastet. Das Kaufangebot für die Anteilscheine sei für weniger als 50 Prozent plus eine Aktie angenommen worden. Das Unternehmen hatte sich diese Schwelle als Mindestziel gesetzt. Dieses Ergebnis sei mehr oder weniger schon befürchtet worden, kommentierte ein Börsianer. Die Frage sei, ob Deutsche Wohnen nun einen noch kostspieligeren Deal mit einem anderen Übernahmeziel ins Auge fasse.

Hingegen sorgt der geplante Zusammenschluss für weitere Gewinne bei den Titeln von Holcim (plus 1,89 Prozent) und Lafrage (plus 3,66 Prozent). Die Aktien des neuen Unternehmens sollen erstmals Mitte Juli an der Schweizer Börse und der Euronext in Paris notiert werden. Eine zweite Tranche solle dann Anfang August gelistet werden. Zur Finanzierung der Transaktion will Holcim das Aktienkapital um 528,5 Mio. Franken auf 1,182 Mrd. Franken (1,15 Mrd. Euro) erhöhen.

Hingegen sackten die Nokia-Aktien 5,39 ab. Analysten bewerteten zwar die Übernahmepläne für Alcatel-Lucent mit Kurszielerhöhungen, verweisen jedoch auf Risiken bei der Umsetzung des Deals und der Integration von Alcatel.