Grasser öffnet seine Konten

Knalleffekt in BUWOG-Affäre

Grasser öffnet seine Konten

Sein Anwalt übergab dem Staatsanwalt drei dicke Ordner mit Kontounterlagen.

Seit einigen Tagen prüfen Ermittler der Soko Buwog und die Staatsanwälte sämtliche heimische Kontoverbindungen von Karl-Heinz Grasser. Die Finanzinstitute hatten die Daten – auf ein Justiz-Antrag hin – vergangene Woche der Staatsanwaltschaft Wien übermittelt.

Gestern ist der ehemalige FP-Finanzminister in die Gegen-Offensive gegangen. Grassers Anwalt, Manfred Ainedter, hat dem zuständigen Staatsanwalt, Gerald Denk, drei Ordner mit „allen“ Kontounterlagen Grassers übermittelt. In den hunderten Seiten seien auch „alle“ ausländischen Konten und Firmenbeteiligungen des Ex-Sonnyboys enthalten, gibt Ainedter an.

Wie berichtet, wird gegen Grasser wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs und der Untreue im Fall Buwog – 60.000 Bundeswohnungen, die 2004 verkauft wurden – ermittelt.

Ainedter geht davon aus, dass sein Mandat demnächst wieder von der Staatsanwaltschaft einvornommen wird. Er sagte bereits zwei Mal aus. Grasser betont stets seine Unschuld. ÖSTERREICH-Recherchen ergeben, dass das Verfahren wegen Amtsmissbrauch demnächst eingestellt werden könnte.

Dafür soll sich „der Verdacht der Untreue“ gegen Grasser „erheblich“ erhärtet haben, sagt ein Justiz-Insider. Es gilt die Unschuldsvermutung für Grasser. Die Ermittler gehen auch Spuren nach Cayman Islands und den British Virgin Islands nach.

Was die Ermittler an Grassers Konten interessiert?
„Geldflüsse auf ausländische Konten“, sagt ein Justiz-Insider. "Format" berichtet, dass es nun „Belege“ für Grassers Verbindung zur Karibik-briefkastenfirma „Mandarin“ gebe. Er hatte diese Verbindung stets bestritten. Auch Grassers Trauzeuge Walter Meischberge hat über die Mandarin Gelder veranlagt. Zudem hat der Ex-Finanzminister in seiner Ministerzeit als „Vermögensberater“ seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota fungiert. Grasser Konten in Liechtenstein sind der justiz bekannt. Die britischen Karibikinseln Cayman und Tortola – dort werden Buwog-Gelder vermutet –geben nur selten Auskunft. Fliegt die Justiz jetzt hin?