Griechen-Defizit mit 13,6 % weit höher

Katastrophe 2009

Griechen-Defizit mit 13,6 % weit höher

Die Aktivierung des EU-Hilfsplans wird dadurch noch wahrscheinlicher. Die Gesamtschulden liegen unterdessen bei 115 % des BIP, 60 % sind in der EU erlaubt.

Die prekäre Finanzlage für Griechenland hat sich nach einer jüngsten Prognose von Eurostat vom Donnerstag weiter verschlechtert. Für das vergangene Jahr wurde mit 13,6 % nun ein noch höheres Budgetdefizit vorausgesagt, ursprünglich war von 12,7 % die Rede gewesen. Griechenland muss angesichts der schweren Budgetkrise massive Sparmaßnahmen treffen, eine Aktivierung des zuletzt von den Ländern der Eurozone und des IWF gemeinsam beschlossenen Hilfsplans zur Unterstützung von Athen ist wahrscheinlich.

Weitere Steigerung denkbar

Eurostat meldete auch Vorbehalte zu den von Griechenland gemeldeten Daten an. Begründet wird dies damit, dass es "aufgrund von Unsicherheiten beim Überschuss der Sozialversicherung für das Jahr 2009, der Klassifizierung von einigen öffentlichen Einrichtungen und der Erfassung von off-market Swapgeschäften" einen solchen Vorbehalt gebe. Nach Abschluss der Untersuchungen, die Eurostat in diesen Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit den griechischen statistischen Behörden durchführt, könnte dies zu einer Revision für das Jahr 2009 in der Größenordnung von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten des BIP für das Defizit führen und von 5 bis 7 Prozentpunkten des BIP für den Schuldenstand.

Gesamtschulden bei 115 % des BIP

Was den Schuldenstand Griechenlands betrifft, steigt dieser 2009 auf 115,1 % des Bruttoinlandsprodukts oder 273 Mrd. Euro an. Athen liegt damit weit über dem von der EU erlaubten Gesamtschuldenstand von 60 %.