EU will aus Griechenland-Krise lernen

Kosten für griechische Schulden auf Rekordhoch

Trotz der milliardenschweren Bemühungen zur Bewältigung der Schuldenkrise in Griechenland sind die Kosten für griechische Schulden am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch gestiegen. In Athen begannen unterdessen die internationalen Verhandlungen über mögliche Nothilfen für Griechenland. Griechenland ist hoch verschuldet und muss im Mai neue Kredite über zehn Milliarden Euro aufnehmen.

Für zehnjährige griechische Staatsanleihen verlangten Investoren am Mittwoch 8,279 Prozent Rendite - der höchste Wert seit Griechenlands Beitritt zur Euro-Zone. Bereits am Dienstag war die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen mit 7,851 Prozent auf ein Rekordhoch gestiegen. Der erneute rasante Anstieg spiegelt die wachsenden Zweifel der Märkte daran wider, dass Griechenland seine massiven Staatsschulden zurückzahlen kann. Noch vor einem Monat hatte die Rendite bei etwa von 6,3 Prozent gelegen.

Ein Ansteigen der Kreditkosten für Griechenland auf derartige Höhen hatte eigentlich der Rettungsplan der Europäischen Union verhindern sollen. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten hatten sich vor rund vier Wochen geeinigt, Griechenland bilaterale Kredite zu günstigeren Konditionen zu gewähren, falls die Kosten für neue Staatsschulden des Landes auf den Finanzmärkten zu hoch werden sollten. In heurigen Jahr soll sich Griechenland auf diese Weise bis zu 30 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von rund fünf Prozent leihen können. Hinzu kämen der Vereinbarung zufolge Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) von bis zu 15 Milliarden Euro.

Die Regierung in Athen zeigte sich unbeeindruckt. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sagte, dass er sich von dieser Entwicklung "nicht einschüchtern" lasse. Das Land werde auch künftig in der Lage sein, Verbindlichkeiten einzuhalten.