Hypo: Gutachten belastet Kulterer schwer

Skandal

Hypo: Gutachten belastet Kulterer schwer

Ex-Vorstand Kulterer soll auf Sicherheiten bei einem Kredit verzichtet haben.

Der derzeit in U-Haft sitzende ehemalige Vorstandschef der Kärntner Hypo Group Alpe Adria Bank, Wolfgang Kulterer, wird von einem Gutachten des Sachverständigen Karl Bruckner schwer belastet. Im Mittelpunkt steht die Kreditvergabe an die inzwischen pleitegegangene Fluglinie Styrian Spirit, berichtet das "WirtschaftsBlatt" in seiner Freitagausgabe. Die Anwälte Kulterers, Dieter Böhmdorfer und Ferdinand Lanker, wehren sich gegen die Vorwürfe.

"Es wurden für diesen Kredit keine Sicherheiten bestellt. Vielmehr wurde auf die Bereitstellung von Sicherheiten verzichtet", heißt es in dem Gutachten. Dabei sei die Bereitstellung einer Patronatserklärung seitens des Landes Kärnten als Bedingung für die Vergabe festgelegt worden. Auch für die Aufstockung dieses Kontokorrentkredits von einer auf zwei Millionen Euro hätten die Sicherheiten gefehlt. Bruckner: "Es wurde offensichtlich das Risiko eines Totalverlustes in Kauf genommen."

Kulterer hatte sich über seine Anwälte schon mehrfach damit gerechtfertigt, dass er zum fraglichen Zeitpunkt nicht Vorstand, sondern nur Aufsichtsratschef der Bank gewesen sei. Zudem habe er vom damaligen Landeshauptmann Jörg Haider eine - wenn auch nur mündliche - Zusage gehabt, dass das Land Kärnten haften werde.