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Immofinanz-Chefs wegen "Schleuderpreisen" angezeigt

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Eduard Zehetner, Michael Wurzinger und Daniel Riedl wird vorgeworfen, Immobilien viel zu billig verkauft zu haben.

Gegen drei amtierende Vorstandsdirektoren der Immofinanz AG ist eine Anzeige eingebracht worden, in denen den Managern vorgeworfen wird, Immobilien zu billig verschleudert zu haben und der Gruppe dadurch einen "erheblichen Vermögensnachteil zugefügt zu haben". Die inkriminierten Verkäufe seien um den Schätzwert erfolgt und zu einer Zeit getätigt worden, in der das Unternehmen dringend Geld gebraucht habe, verteidigt Vorstandschef Eduard Zehetner das Vorgehen.

Um 5,3 Mio. zu billig

In der Anzeige werden sechs Verkäufe des damals neuen Immofinanz-Managements an die Immo-Gruppe Dr. Jelitzka + Partner angeführt, die die Liegenschaften ein paar Monate später mit Aufschlägen von bis zu 84 Prozent auf den Kaufpreis weiterverkauft hat. Die Differenz beträgt laut Anzeige 5,27 Mio. Euro "Mindererlös" bzw. 33,6 Prozent. Die handelnden Personen seien Immobilienfachleute, ihnen müsse daher bekannt gewesen sein, dass sie die Realitäten "weit unter dem Marktwert" verkauft hätten, schreibt eine Rechtsanwältin, die namens eines nicht genannten Klienten agiert. Die Anzeige richtet sich gegen die Immofinanz-Vorstände Zehetner, Michael Wurzinger und Daniel Riedl.

Vor der Insolvenz

Zehetner wies in den Abendstunden die Vorwürfe zurück. Die Verkäufe seien um die in den Büchern verankerten Schätzwerte zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die Immofinanz knapp vor der Insolvenz gestanden sei und dringend Geld gebraucht habe. Die Banken hätten dem Unternehmen damals praktisch kein Geld mehr zur Verfügung gestellt und die Immo-Verkäufe hätten dringend nötige Liquidität gebracht.

Bis Mitte 2009 seien die Preise wieder gestiegen "und sich jetzt ein Jahr später herzustellen und zu sagen, die haben im Herbst 2008 zu billig verkauft, ist eine Chuzpe". Die in der Anzeige genannten Zahlen bezweifelt Zehetner nicht, die Rechnung sei allerdings eine Bruttorechnung, in der wenigstens fünf Prozentpunkte für Aufwendungen abgezogen werden müssten, sagte Zehetner, der hinter der Anzeige den früheren Immofinanz-Chef Karl Petrikovics vermutete.

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