Industrie

Euro-Zone

Industrie verliert an Schwung

Experten zeigen sich von der deutlich gebremsten Stimmung überrascht.

Die Industrie in den Euro-Ländern hat im März unerwartet deutlich an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,3 auf 57,7 Punkte, teilte das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter Tausenden Unternehmen mit. Experten hatten nur mit einem Rückgang auf 58,4 Punkte gerechnet . Das Barometer hielt sich aber klar über die Marke von 50 Zählern und signalisiert damit ein kräftiges Wachstum, das wegen der starken Exportaufträge anhalten dürfte. "Höhere Inflationsraten sind jedoch die Kehrseite der Medaille", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Dienstleister im Aufschwung
Bei den Dienstleistern hat sich der Aufschwung leicht beschleunigt. Das Barometer für den mit Abstand größten Wirtschaftssektor legte nach vorläufigen Berechnungen um 0,1 auf 56,9 Punkte zu und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2007. Auch hier reagierten die Unternehmen auf den steigenden Kostendruck mit kräftigen Preiserhöhungen.

Industrie verliert auch in Deutschland an Schwung
Die Industrie hat aber auch in Deutschland an Schwung verloren. Die Firmen steigerten ihre Produktion zwar erneut, aber nicht mehr so kräftig wie noch im Februar, wie aus der Markit-Umfrage hervorgeht. Auch der Auftragseingang legte nicht mehr ganz so stark zu wie im Februar. Dennoch stockten die Unternehmen ihre Belegschaften in Rekordtempo auf. "Die Daten zeigen, dass das deutsche Produktionswachstum im ersten Quartal durchgehend stark war", sagte Markit-Ökonom Tim Moore.

Nachlassender Kostendruck
Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex sank nach vorläufigen Berechnungen auf 60,9 Punkte von 62,7 Zählern im Februar. Analysten hatten lediglich mit einem leichten Rückgang auf 62 Zähler gerechnet. Das Barometer liegt damit aber immer noch weit über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert kräftige Zuwächse für die Industrie. Den Firmen kommt dabei ein etwas nachlassender Kostendruck zugute: Zwar stiegen die Einkaufspreise erneut stark, aber nicht mehr so kräftig wie im Vormonat. Zudem gelang es den Unternehmen, einen Teil der Mehrbelastung an die Kunden weiterzureichen: Sie hoben ihre Preise so stark an wie seit Beginn der Datenerhebung 2002 nicht mehr.

Auslandsgeschäft läuft überraschend gut
Auch das Auslandsgeschäft läuft trotz der Unruhen in Nahost und der Atom- und Naturkatastrophe in Japan gut: Der Auftragseingang zog wieder stärker an als im Februar, das Wachstum war sogar so stark wie seit Juni 2010 nicht mehr. Bei den Dienstleistern zogen die Geschäfte dagegen wieder an. Der Einkaufsmanagerindex stieg auf 60,1 Punkte von 58,6 Zählern im Februar. Analysten hatten hier mit einem Rückgang auf 58,4 Punkte gerechnet. Der Auftragseingang zog jedoch nicht mehr so rasch an wie im Vormonat, und auch die Bestände legten nicht mehr mit gleicher Geschwindigkeit zu.