skylink

Flughafen-Debakel

Krimi um Vorstände dauerte acht Stunden

Flughafen-Aufsichtsrat tagte zu möglichen Konsequenzen für Vorstände.

Es war eine Marathon-Sitzung der Sonderklasse. Über acht Stunden - von 15 Uhr bis kurz nach 23 Uhr - verhandelten gestern Aufsichtsrat und Vorstand des Flughafens Wien über mögliche personelle Konsequenzen für das Airport-Führungstrio aus der vernichtenden Rechnungshofkritik am teuren Terminal-Bauprojekt Skylink. Am Ende ohne klares Ergebnis: Der Aufsichtsrat unter Vorsitz von vertagte die Vorstandsentscheidungen auf die nächste Sitzung am 15. Dezember.

Heiße Diskussion über Skylink-Verantwortlichkeit
Im Vorfeld stand die Ablöse aller drei Flughafen-Vorstände - Herbert Kaufmann, Gerhard Schmid und Ernest Gabmann - im Raum. Auch dass nur Vorstandssprecher Kaufmann gehen müsse, war ein zum wiederholten Mal skizziertes Szenario. Das Budget für die Skylink-Baustelle ist ja von 400 auf 830 Mio. Euro (inklusive ausgelagerter Projekte sogar 952 Mio.) explodiert, die Fertigstellung des Terminals verzögert sich bis 2012.

Aber: Die Vorstände wollen sich die Schuld am Skylink-Debakel nicht umhängen lassen. Ein freiwilliger Rücktritt stand für sie nicht zur Diskussion. Noch in den Stunden vor der gestrigen Sitzung waren Kaufmann und Gabmann zur Strategiebesprechung zusammengesessen.

Nicht zuletzt geht es um viel Geld. Alle Vorstände sind bis 2014 bestellt; die Verträge wurden erst im Vorjahr auf fünf Jahre abgeschlossen beziehungsweise verlängert. Die Abgeltung ihrer Ansprüche würde sich insgesamt auf mehr als fünf Millionen Euro summieren. Abfindungsbeträge aufgrund möglicher Vorstandsänderungen seien aber gestern nicht thematisiert worden, betonte der Flughafen nach der Sitzung in einer Aussendung.

Aufsichtsratschef Herbst: "Noch Punkte zu klären"
Aufsichtsratspräsident Herbst berichtete im Anschluss nur, dass sehr ausführlich der Rechnungshof-Rohbericht und die Stellungnahmen des Vorstands behandelt wurden. Etliche Aufsichtsräte hätten überhaupt das erste Mal Informationen dazu vor sich gehabt. Im Aufsichtsrat sitzen vier Niederösterreich-Kapitalvertreter auf ÖVP-Tickets, weitere vier vertreten Wien (SPÖ), einer die Mitarbeiterstiftung.

"Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, die noch geklärt werden müssen, erst danach kann man im Gremium Entscheidungen treffen", so Herbst. Verlangt wird dem Vernehmen nach etwa noch eine genauere Darstellung, wie die Budget-Explosion beim Skylink erfolgt ist.

Heute geht es aber erst einmal ums erfreuliche Tagesgeschäft: Das hervorragende Flughafen-Quartalsergebnis wird in der Früh veröffentlicht.