Bericht

Lufthansa plant eigene Billig-Airline

Kommenden Mittwoch sollen dem Aufsichtsrat die Pläne präsentiert werden.

Lufthansa-Chef Christoph Franz will dem Aufsichtsrat des Konzerns einem Magazinbericht zufolge kommende Woche seine Pläne zur neuen Billigtochter erläutern. Franz wolle dem Gremium bei der Sitzung am Mittwoch erstmals Details vorstellen, wie er sich die Neuorganisation des hoch defizitären Fluggeschäfts abseits der großen Drehkreuze Frankfurt und München vorstelle, berichtete die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf arbeitnehmernahe Aufsichtsratskreise.

Ein Lufthansa -Sprecher sagte am Samstag, zu Inhalten der Aufsichtsratssitzung äußere sich der Konzern nicht öffentlich. Es sei jedoch keine Beschlussfassung zu dem Projekt namens "Direct4U" vorgesehen.

Billigtochter
Um in Europa wieder Geld mit Flügen zu verdienen, plant das Lufthansa-Management eine neue Billigtochter, die kommendes Jahr abheben soll. Dort soll das Kabinenpersonal wesentlich weniger verdienen. Das Projekt ist einer der Streitpunkte im Tarifkonflikt mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, der zuletzt eskaliert war. Die Flugbegleiter hatten die Lufthansa drei Mal bestreikt - am vergangenen Freitag bundesweit. Nun soll der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup den Tarifkonflikt schlichten.

Teurer Streik
Der Streik dürfte die Lufthansa teuer zu stehen gekommen sein. Die "WirtschaftsWoche" berichtete unter Berufung auf einen Insider, der Ausstand könne die Lufthansa gut 100 Millionen Euro gekostet haben, wenn auch Umbuchungen von Kunden auf andere Airlines berücksichtigt würden. Der Lufthansa-Sprecher sagte, eine genaue Zahl für die Kosten könne der Konzern noch nicht nennen. Er bekräftigte lediglich frühere Aussagen, wonach die Lufthansa die Erlösausfälle infolge des Streiks auf einen zweistelligen Millionenbetrag beziffert.

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