S&P stufte Bonität Italiens herab

Negativer Ausblick

S&P stufte Bonität Italiens herab

Die Bonität Roms fiel überraschend von A+ auf A mit negativer Tendenz.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bonitätsnote Italiens überraschend herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit des Landes wird nun nur noch mit der Note "A/A-1" bewertet nach bisher "A+/A-1+", teilte die Agentur am Montag in New York mit. Der Ausblick für die weitere Bewertung bleibe negativ.

Schwache Wachstumsaussichten

Die S&P-Experten begründeten die Entscheidung mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes. Diese würden auch durch das Reformprogramm der italienischen Regierung nicht entscheidend verbessert. Die Ratingagentur verwies auf die fragile Regierungskoalition in Rom und die politischen Differenzen im Parlament. Italien hat mit etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Griechenland den höchsten Schuldenstand in der Eurozone.

Euro-Kurs sinkt

Der Euro ist am Dienstag nach der Abstufung Italiens deutlich abgerutscht. Zeitweise kostete er weniger als 1,36 Dollar. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung wieder etwas über dieser Marke. Händler begründeten die Verluste mit der Abstufung Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in der Nacht von Montag auf Dienstag.

Am Montagabend war der Euro wegen der positiv aufgenommenen Ergebnisse einer Telefonkonferenz der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) mit dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos zeitweise über 1,37 Dollar gestiegen.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte in der Nacht auf Dienstag die Kreditwürdigkeit Italiens von "A+" auf "A" herabgestuft. Und es könnte weiter runter gehen: Der Ausblick sei "negativ". "Die Herabstufung spiegelt unserer Meinung nach die schlechter werdenden Wachstumsaussichten für Italiens Wirtschaft wider", begründete S&P den Schritt. Die zuletzt verabschiedeten Reformen reichten nicht aus, um gegenzusteuern. Der Regierung bescheinigte S&P eine mangelnde Handlungsfähigkeit.

Berlusconi kritisiert Rating-Herabstufung

Die Herabstufung Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor's reflektiert nach Darstellung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi nicht die Realität. "Die Einschätzung von Standard & Poor's scheint mehr von Medienberichten als von der Realität diktiert worden zu sein. Sie scheint auch von politischen Erwägungen negativ beeinflusst", sagte Berlusconi am Dienstag. Die Regierung habe bereits Maßnahmen zur Haushaltssanierung eingeleitet. Schritte zur Förderung des Wirtschaftswachstums seien in Vorbereitung.