Die Japan-Krise drückt auf den Ölpreis

Weißes Haus

Ölpreise steigen wegen Syrienkrise

Ölpreise haben am Dienstag stark zugelegt.

Die Ölpreise haben am Dienstag in einem unwägbaren Umfeld zugelegt. Während die US-Regierung weiter auf einen Militärschlag gegen Syrien drängt, ist die von Präsident Barack Obama verlangte Zustimmung des US-amerikanischen Kongresses weiter ungewiss. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete gegen Abend 115,57 US-Dollar. Das waren 1,24 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 68 Cent auf 108,33 Dollar.

Die Lage in der Syrienkrise bleibt unübersichtlich. Laut einem Bericht der Washington Post sind sich viele Kongressmitglieder noch unschlüssig, ob sie einer Militärintervention zustimmen wollen. Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, hat Obama unterdessen seine Unterstützung signalisiert.

   Einen Vorgeschmack auf die Reaktion am Ölmarkt, sollten die USA tatsächlich zum Schlag gegen Syrien ausholen, gab es am Dienstagvormittag. Innerhalb weniger Minuten sprangen die Ölpreise deutlich nach oben, nachdem eine Agenturmeldung aus Russland über einen Raketenabschuss im Mittelmeer die Runde machte. Offenbar deuteten einige Marktteilnehmer dies als Beginn des Militärschlags. Wenig später stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen gemeinsamen Test Israels und der USA handelte.

Dass sich die Preisdifferenz zwischen europäischem Brent und amerikanischem Rohöl in den vergangenen Tagen wieder deutlich ausgeweitet hat und die Nordseesorte stärker gestiegen ist, erklären Rohstoffexperten mit der großen Bedeutung des Nahen Ostens für die Ölversorgung Europas. Entsprechend lässt der drohende US-Militärschlag vor allem die Risikoprämie für Brent-Öl steigen, wie die Volkswirte der Commerzbank erklären.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) fiel unterdessen erneut. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Montag im Durchschnitt 110,35 US-Dollar. Das waren 1,20 Dollar weniger als am Freitag. Die OPEC berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.