Österreicher stürmen die Geschäfte

Adventsamstag

Österreicher stürmen die Geschäfte

Der Handel jubelt: Allein in Wien waren 770.000 Shopper unterwegs.

Rund 770.000 Menschen - und damit 70.000 mehr als vor einer Woche - waren am zweiten Adventsamstag laut Zählung der Wiener Wirtschaftskammer in den Einkaufsstraßen der Bundeshauptstadt unterwegs.

Donauzentrum: "Erwartungen leicht übertroffen"
In Wiens größtem Shoppingtempel, dem Donauzentrum (DZ), berichtete Center-Manager Christoph Stoll von einer Frequenzzunahme von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings wuchs das DZ im heurigen Jahr flächenmäßig um gut ein Drittel - trotzdem: "Unsere Erwartungen wurden erfüllt und sogar leicht übertroffen."

Lugner-City: Zweistellige Zuwächse

Mit Zuwächsen im zweistelligen Bereich rechnete man auch in der Lugner-City. Das größte Nachfrageplus zeichne sich bei Stiefeln ab, berichtete Hausherr Richard Lugner. Ansonsten erfreuten sich ein breites Produktsortiment großer Beliebtheit - von Jacken bis zu Drogerieware, von Notebooks bis zu Kratzbäumen für Katzen, wusste der Baumeister.

Adventmärkte als Publikums-Magneten

Eine besondere Rolle im Weihnachtsgeschäft spielen laut Wirtschaftskammer auch die Adventmärkte . Jene Geschäftsstraßen, die in unmittelbarer Nähe zu einem der 20 Wiener Punschstand-Konglomeraten liegen, dürfen sich nämlich über Synergieeffekte freuen. Positive Wechselwirkungen gebe es etwa rund um den Spittelberg oder das Alte AKH, hieß es. Zusehends wichtiger im Vorfeld des Heiligen Abends werde für die Händler das Internet, da immer mehr Kunden online entscheiden würden, ob sie ein Geschäft in ihre Einkaufstour einplanen. Gekauft werde aber nach wie vor direkt im Shop.

Niederösterreich: SCS ausgelastet
Auch in Niederösterreich hat der zweite Einkaufssamstag für große Zufriedenheit gesorgt. Die SCS in Vösendorf bei Wien sei "von der Früh weg" ausgelastet gewesen, berichtete Centermanager Anton Cech. Dafür hätten auch "sehr viele ausländische Gäste" gesorgt, die vor allem aus der Slowakei und aus Ungarn mit Autobussen angereist waren.

Steiermark: "Wetter hilfreich"
Das Weihnachtsgeschäft bei den steirischen Händlern lief nach übereinstimmender Auskunft von Centerleitern und dem Spartenobmann der steirischen Wirtschaftskammer, Wolfgang Sauer, besser als vor einer Woche. "Das Wetter war diesmal umsatzhilfreich", so Sauer. Der Schneefall der vergangenen Tage in der ganzen Steiermark dürften die Menschen zum Kaufen animiert haben, besonders Textilien, Winterbekleidung, Schuhe und Stiefel sowie Wintersportartikel gingen aufgrund der Witterung überall sehr gut.

Oberösterreich: "Alles voll"
 "Alles voll", hieß es um 10.45 Uhr im größten Einkaufszentrum des Bundeslandes, der PlusCity in Pasching bei Linz. Knapp zwei Stunden nach dem Aufsperren seien sämtliche Parkplätze belegt gewesen, so Direktor Ernst Kirchmayr. Die Frequenz sei "irre", und die Geschäfte würden unisono von einem "ganz tollen" Umsatz berichten. Wegen des Winterwetters seien vor allem Sportartikel begehrt, aber auch Spielzeug gehe sehr gut, erklärte der PlusCity-Chef.

Salzburg: Gute Frequenz
Der Salzburger Handel zeigt sich mit dem zweiten Einkaufssamstag vor Weihnachten sehr zufrieden. Denn anstatt hauptsächlich zu gustieren wie am vergangenen Wochenende, haben die Kunden nun endlich zugegriffen. "Die Frequenz ist dieses Wochenende sehr gut", so Helmut Mayr, stellvertretender Obmann des Salzburger Altstadtverbandes. Es lässt sich ein Trend zu exklusiven, teureren Geschenken und Gutscheinen erkennen, aber auch die Ski-Branche kann sich nicht beklagen. Im Allgemeinen wurde der frühe Wintereinbruch bejubelt.

Tirol: Weihnachtsstimmung
Der Wintereinbruch hat die Kauflust der Kunden in den Tiroler Einkaufszentren steigen lassen. "Es herrscht absolute Weihnachtsstimmung", meinte Erich Pechlaner vom Shoppingcenter Cyta in Völs, westlich von Innsbruck. Besonders die Sportartikel-, Textil- und Schuhgeschäfte würden davon profitieren.

Geschenkbudget: Etwa 400 Euro
Wieviel Zusatzeinnahmen das Christkind dem Handel tatsächlich beschert hat, lässt sich freilich erst im neuen Jahr ermitteln - wenngleich diverse Weihnachtsstudien jetzt schon prophezeien, wieviel Herr und Frau Österreicher exakt springen lassen werden. Laut der jüngsten Umfrage von GfK etwa wird das durchschnittliche Geschenkbudget von 396 Euro pro Kopf gegenüber dem Vorjahr nur um 5 Euro aufgestockt.